2017

Januar

  • Betriebsräte und IG-Metall-Vertrauenskörperleitung informieren über alle Schichten 1650 Vertrauensleute im VW-Werk Wolfsburg über Einzelheiten aus dem Zukunftspakt informiert.
  • Das Unternehmen einigt sich mit den Behörden und Gerichten in den USA im Dieselstreit. Dazu erklären Bernd Osterloh und Aufsichtsratsmitglied und IG Metall-Vorsitzender Jörg Hofmann: „Für das Unternehmen Volkswagen ist die Einigung mit dem Department of Justice ein bedeutender Schritt in der Bewältigung der Diesel-Krise. Die damit verbundenen Belastungen für das Unternehmen sind enorm. Wir werden alles daran setzen, dass die Belegschaften des Konzerns nicht darunter leiden. Die berechtige Erwartung von unseren Kolleginnen und Kollegen ist es, dass alles dafür getan wird, dass sich so etwas bei Volkswagen nicht wiederholen kann. Für die Menschen, die jeden Tag anständige und ehrliche Arbeit bei VW leisten, ist die Situation auch eine enorme emotionale Belastung. Deshalb werden die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von Volkswagen weiterhin alle Schritte unterstützen, die geeignet sind, die Diesel-Krise zu bewältigen und die Aufklärung weiter voranzutreiben.“

Februar

  • Stress um den Zukunftspakt. In einem Brief an Belegschaft informieren die Betriebsräte die Mannschaft darüber. „Es geht zum einen um die Umsetzung des Zukunftspaktes, der vom Vorstand untergraben wird. Zum anderen geht es um unwahre Behauptungen in Zusammenhang mit dem Dieselskandal…Nach grundlegender Diskussion sind wir zu der Auffassung gelangt, dass der Markenvorstand immer wieder Entscheidungen trifft, die gegen Wesen, Kern und Inhalt des Zukunftspaktes gerichtet sind.“ Beispiel sind der Umgang mit Leiharbeitern und der Plan zum Auflösen einer dritten Schicht auf der Montagelinie 2.

März

  • Der Streit ist erledigt, der Betriebsrat setzt sich durch.
  • Die Frauen bei Volkswagen verleihen zum Internationalen Frauentag am 8. März ihren Forderungen Nachdruck. Bei einem Empfang begrüßten sie den Wolfsburger Werkleiter Dr. Stefan Loth. Rund 30 Kolleginnen, darunter Betriebsrätin Gabriele Trittel und Ina Stolzenburg aus der Vertrauenskörperleitung (VKL), sprachen mit Loth über ihre Positionen. Dazu zählte zum Beispiel die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein Aspekt: Teilzeitarbeit im direkten Bereich. Dort sei es wünschenswert, verstärkt auch einzelne Schichten in der Montage aufzuteilen - um so einen Job möglichst flexibel und nicht nur tageweise gestalten zu können

April

  • Rund 1000 Delegierte aus ganz Deutschland wählen in Wolfsburg die Arbeitnehmervertreter für den Aufsichtsrat der Volkswagen AG.
  • Volkswagen bildet intern IT-Nachwuchskräfte weiter. Im dritten Jahrgang werden 15 Beschäftigte aus der Produktion für IT-Aufgaben vorbereitet. Die Initiative für das Nachwuchsprogramm ging vom Betriebsrat aus.

Mai

  • Die Bauarbeiten zur Erweiterung der Oststraße beginnen. Das Teilstück zwischen der Toreinfahrt Sandkamp und der Parkplatzanbindung wird auf vier Streifen erweitert und neu geordnet.

Juni

  • Forderung nach der Einrüstung des Tigunan an der ML 2 und ML 3: Osterloh: „Die Belegschaft rund um den Tiguan und Touran kann vor Arbeitsbelastung kaum Luft holen, während das Unternehmen für die Golf-Kollegen über zusätzliche Schließtage nachdenkt. Und natürlich sind MQB-Modelle wie Tiguan und Golf untereinander verschiebbar.“

Juli

  • Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung und Vorstand haben eine gemeinsame Erklärung zur Inklusion unterzeichnet. Inklusion ist darin als Bestandteil der Unternehmenskultur des Volkswagen Konzerns festgeschrieben. 

August

  • Neue Telefonregelung: Wer bei Volkswagen mit seinem Diensttelefon privat telefoniert, muss künftig nicht mehr jedes Gespräch aufwändig abrechnen. Für 5,- Euro pro Monat sind die meisten Privatgespräche frei.
    Darauf haben sich Unternehmen und Betriebsrat geeinigt.
  • Eine Unterschriftenaktion unter den Volkswagen-Beschäftigten gegen das Ausnutzen des Autobauers als Wahlkampfbühne findet enormen Zuspruch. „Die Kolleginnen und Kollegen stehen Schlange, um die Forderungen zu unterschreiben. An nur zwei Tagen haben bereits 15.000 unterschrieben. Die Aktion trifft ganz offensichtlich einen Nerv“, sagte VW-Betriebsratschef kurz nach Beginn der Aktion Osterloh betonte, dass die Belegschaft sich eine sachlichere Debatte wünsche und dass Polemik dem Unternehmen und den Beschäftigten schade

September

  • Die Betriebsvereinbarung zum internen Arbeitsmarkt ist unter Dach und Fach. Damit steht die dritte Säule des Zukunftspaktes – neben den Effizienzbemühungen und dem sozialverträglichen Abbau von Stellen über mehr Altersteilzeit. Kern des Internen Arbeitsmarktes ist die Interne Stellenbörse, die der Transformation Schub verschaffen soll. Bernd Osterloh dazu: „Nun finden offene Stellen und Bewerberprofile auf breiter Basis zueinander. Damit bekommen die Kolleginnen und Kollegen eine neue Möglichkeit, das eigene Können zu präsentieren. Ich kann nur jeden ermutigen, sich das genau anzuschauen.“

Oktober

  • Fahrweise in der Touran- und Tiguanproduktion vereinbart. Betriebsrat Guido Mehlhop: „Bei dieser sehr variablen Fahrweise haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufeinander zu bewegt. Auf der einen Seite zeigt die Belegschaft Flexibilität. Auf der anderen Seite können wir im nächsten Jahr 40.000 zusätzliche Tiguan bauen und sichern damit auf breiter Ebene Beschäftigung im Werk Wolfsburg ab. Wenn man weiß, wie weit am Anfang der Verhandlungen die Positionen auseinander lagen, wird schnell klar: Die Vereinbarung ist ein schöner Erfolg für unsere Belegschaft.“
  • Die IG Metall beschließt in Hannover das Forderungspaket für die Haustarifverhandlungen: 6 Prozent mehr Geld, besser betriebliche Altersversorgung und die Verpflichtungen zur Einstellung von Auszubildenden. Bernd Osterloh: „Die Beschäftigten haben sich in den vergangenen zwei Jahren trotz des Abgas-Skandals über das normale Maß hinaus engagiert. Nur deshalb gehen die Zahlen der Kernmarke Volkswagen wieder nach oben. Sechs Prozent mehr Entgelt sind deshalb eine absolut berechtigte Forderung.“

November

  • Planungsrunde 66: Für das Werk Wolfsburg sind von 2018 bis 2022 Sachinvestitionen von gut drei Milliarden Euro vorgesehen. Unter anderem wird damit der Anlauf der achten Generation des Golf vorbereitet. Wolfsburg übernimmt die Produktion des Golf Variant. Mittelfristig steigt Wolfsburg mit der Fertigung eines SUVs auf Basis des MEB in die nächste Stufe der Elektromobilität ein. Für Wolfsburg wird für das Jahr 2020 eine Auslastung von 820.000 Fahrzeugen durch das Unternehmen garantiert.

Dezember

  • Die Beschäftigtenbefragung des Betriebsrats läuft auf Hochtouren. Mehr als 45.000 Stammbeschäftigte machen mit. Das Ergebnis der letzten Umfrage aus dem Jahr 2011 wird deutlich übertroffen. „Der gewaltige Rücklauf zeigt, dass die Kolleginnen und Kollegen nur darauf gewartet haben, endlich ungeschminkt ihre Meinung sagen zu dürfen“, betont Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh.
  • In Hannover beginnen die Verhandlungen für den neuen Haustarif bei Volkswagen. Das Unternehmen spielt auf Zeit. Dabei liegen die Forderungen der IG Metall seit Wochen auf dem Tisch: 6 Prozent mehr Geld, eine tarifdynamische Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge durch Volkswagen, die Absicherung einer zukunftsfähigen Ausbildung und die Fortsetzung des Zukunftsplans "Gute Arbeit". Bernd Osterloh dazu: "Volkswagen hat sich heute ernsthaften Gesprächen verweigert und ist stattdessen eine Hinhalte-Taktik gefahren. Das ist verantwortungslos vom Unternehmen und ein ganz schlechtes Signal an die Kolleginnen und Kollegen. Denn die Belegschaft hat mit harter Arbeit dafür gesorgt, dass es Volkswagen wieder besser geht. Darum sind unsere Forderungen auch nur fair und berechtigt.“