5.000 Metaller machen bei Verhandlungen in Hannover Druck auf VW

Ein Fahnenmeer vor dem Kongresszentrum in Hannover
30.01.2018

Rund 5.000 Kolleginnen und Kollegen aus allen Werken haben im Tarifstreit mit einer lautstarken Aktion den Druck auf VW erhöht. In mehr als 50 Bussen waren sie aus Wolfsburg, Emden, Salzgitter, Braunschweig und Kassel direkt an den Verhandlungsort am Kongresszentrum Hannover gekommen und verwandelten eine Wiese in ein rotes Meer von IG Metall-Fahnen, -Jacken und -Mützen.

Auf vielen Plakaten machen die Beschäftigten klar, dass ihnen das Angebot des Unternehmens vorne und hinten nicht ausreicht.

„Wir wollen, dass die Belegschaften ihren gerechten Anteil am wirtschaftlichen Erfolg von Volkswagen erhalten“, sagte Gesamtbetriebsratsvorsitzender  Bernd Osterloh unter dem Jubel der Kolleginnen und Kollegen. „Volkswagen wird Milliarden-Gewinne machen, der Vorstand wird Millionen-Gehälter einstreichen. Und für die Belegschaften, die trotz der größten Krise fest zu unserem Unternehmen stehen, hat dieses Unternehmen noch nicht mal ein anständiges Angebot übrig“, sagte Osterloh.

Bei der Verhandlung legte VW ein minimal angepasstes neues Angebot vor, das die IG Metall-Tarifkommission umgehend ablehnte.

Beim Entgelt bietet VW jetzt  drei Nullmonate, dann eine Erhöhung um nur 3,5 Prozent ab Mai 2018.  2 Prozent  soll es nochmal  ab 1. Mai 2019 geben, die Laufzeit soll insgesamt 30 Monaten dauern. Bei der Ausbildung gab es kein Entgegenkommen, bei der betrieblichen Altersversorgung allenfalls eine Annäherung im mikroskopischen Bereich, Volkswagen will außerdem einen freien Tag streichen und die 40-Stunden-Woche auf 20 Prozent der Gesamtbelegschaft ausdehnen.

„Volkswagen hat es heute erneut verpasst, sich von der Fläche abzuheben und zu zeigen, dass man überhaupt noch einen Funken Anspruch hat, ein guter Arbeitgeber zu sein", sagte VW-Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh. „Das Angebot liegt materiell unterhalb des letzten Standes in der Fläche. Und zusätzlich sollen sich jetzt die Kolleginnen und Kollegen noch an den Kosten von Qualifizierungsmaßnahmen für die Transformation des Unternehmens beteiligen. Fakt ist: morgen Abend endet die Friedenspflicht bei Volkswagen. Und ab Donnerstag beginnen die Belegschaften, sich an der Tarifbewegung aktiv zu beteiligen. Wir werden für eine gute Lohnerhöhung, eine anständige Werksrente und gesellschaftlich verantwortliche Ausbildung kämpfen. Angesichts von Milliardengewinnen und Millionen-Vorstandsboni sollte sich Volkswagen schämen, wie hier mit den Beschäftigten umgegangen wird.“

 

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