Nachwuchs appelliert: Geht zur Wahl!

Klare Worte: Lukas Ullrich und Pia Feuerhahn.
05.03.2018 | JAV

Wählen gehen - wann wenn nicht jetzt? Während der jüngsten Betriebsversammlung im Werk Wolfsburg hat auch der Nachwuchs das Wort ergriffen.

In der Aussprache zur Betriebsversammlung meldeten sich Lukas Ullrich und Pia Feuerhahn zu Wort.

Hier die Rede im Wortlaut:

Redebeitrag für Betriebsversammlung am 27.02.2018

Lukas:

Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands,

 

lieber Betriebsrat,

 

hallo Kolleginnen und Kollegen,

 

mein Name ist Lukas Ullrich und ich bin 21 Jahre alt.

 

Momentan bin ich Auszubildender als Kraftfahrzeugmechatronikers im 2. Ausbildungsjahr.

 

Außerdem bin ich IG Metall Vertrauensmann in meiner Ausbildungsklasse.

 

Pia:

Schönen guten Tag natürlich auch von meiner Seite.

 

Mein Name ist Pia Feuerhahn und ich bin 21 Jahre alt.

 

Ich bin aktuell Studentin im Praxisverbund mit der Fachrichtung Betriebswirtschaft und dem Ausbildungsberuf der Industriekauffrau.

 

Auch ich bin seit Beginn der Ausbildung IG Metall Vertrauensfrau meiner Klasse.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ihr fragt euch jetzt bestimmt, wieso wir diese große Bühne nutzen, um zu euch zu sprechen.

 

Wir möchten euch an einen sehr wichtigen Termin erinnern, der uns besonders am Herzen liegt.

 

Es geht um den 13., 14. und 15. März 2018 – also folglich um die Betriebsratswahl bei Volkswagen.

 

Vielleicht ist nicht jedem ganz klar, wie wichtig diese bevorstehende Wahl für uns Arbeitnehmer und besonders auch für die jungen Menschen hier bei Volkswagen ist.

Eine starke Interessenvertretung ist in Zeiten des Umbruchs wichtiger als je zuvor. Denn Umbrüche bringen ja nicht nur gute, sondern auch schwierige Zeiten mit sich. Umbrüche bedeuten aber auch Veränderungen und Veränderungen muss man gestalten. Diese Veränderungen können nur in unserem Sinne gestaltet werden, wenn uns ein starker Betriebsrat vertritt. Dass wir nur gemeinsam in unserem Unternehmen  erfolgreich sein können, wenn das Management und die Belegschaft an einem Strang ziehen – das wissen wir alle. Wir benötigen aber weiterhin eine starke Mitbestimmung, um als Arbeitnehmer auch in den nächsten 4 Jahren nicht im Regen zu stehen.

Wir haben großen Respekt davor, wie sich das Unternehmen und unsere Arbeitsplätze in den nächsten Jahren wandeln werden. Es lohnt sich daher, für eine starke Mitbestimmung zu kämpfen, denn ohne diese würde es für uns Arbeitnehmer jetzt schon ganz anders aussehen. Ich möchte euch nur an die Vorschläge des Unternehmens erinnern, als es um den Zukunftspakt ging. Diese Vorschläge beinhalteten unter anderem einen recht willkürlichen Personalabbau an den Standorten. Hinzu kam die Idee zur Nicht-Übernahme von Azubis, was uns, wie ihr euch sicher denken könnt, besonders belastet hätte. Und das hat sich nicht bewahrheitet, eben weil unser Betriebsrat sich dagegengestellt hat. Ihr seht also, ein guter Mitbestimmungspartner bedeutet sichere Tarifverträge, Zukunft und Perspektive.

Lukas:

Und das ist in diesen schwierigen Zeiten bei Volkswagen noch wichtiger geworden. Und gerade in schwierigen Zeiten kann man noch stolzer darauf sein, was der Betriebsrat und die Jugendvertretung für uns in der letzten Tarifrunde rausgeholt haben. Ihr kennt das Tarifergebnis, aber gerade jetzt ist es doch umso wichtiger und wertvoller, dass 1400 jungen Menschen wieder die Chance bekommen bei Volkswagen eine Ausbildung oder ein Duales Studium beginnen zu können. Der Mehrwert für Volkswagen, ist in dem Fall, kompetente Mitarbeiter nach Beendigung der Ausbildung zu gewinnen. Im Unternehmen werden WIR in Zeiten des Umbruchs und der Digitalisierung so dringend benötigt, wie nie zuvor. Für einige scheint es wohl selbstverständlich zu sein, weiterhin auszubilden. Schaut man sich aber an, wie andere Unternehmen mit schwierigen Zeiten umgehen, ist schnell sichtbar, dass die Ausbildung immer zuerst angegriffen wird. Eingekaufte Fachkräfte, Keine Übernahme nach der Ausbildung – das ist in vielen Betrieben Tagesgeschäft. Aber so was gab es bei Volkswagen nie und so was wird es bei Volkswagen nie geben, wenn ihr euch selbst einen Gefallen tut und den richtigen Betriebsrat wählt.

Aber was ist der richtige Betriebsrat? Einer der alles richtig macht? Einer der nie Fehler macht? Nein. Es wäre falsch, wenn wir sagen würden, dass der Betriebsrat immer alles richtig macht und dass ist auch nicht der Sinn unserer Rede.  Aber wer hier im Raum hat schon immer alles richtig gemacht? Niemand ist doch fehlerfrei. Am Ende des Tages geht es doch um das große Ganze. Natürlich geht es auch immer um Kompromisse. Kompromisse gehören zum Leben dazu und wir mussten sie alle schon mal machen. Damit will ich nichts schön reden, aber man sollte sich schon vor Augen halten, was die IG Metall und der Betriebsrat in den letzten Jahren in SUMME für uns getan haben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Betriebsrat kann uns nur dann repräsentativ vertreten, wenn wir alle bei der Betriebsratswahl 2018 unser Kreuz an der richtigen Stelle setzen. Nämlich bei der Liste 1 – der IG Metall. Unsere Stimme stärkt die Arbeitnehmervertretung und gibt dem Betriebsrat weiter die Kraft, unsere Interessen und Rechte gegenüber dem Management klar zu vertreten. So können die Betriebsräte der Unternehmensleitung eine klare Richtung aufzeigen, was WIR wollen. Was UNSERE Interessen sind, was euch bewegt und beschäftigt. Denn es geht darum, dass kein Arbeitnehmer alleine steht.

Alleine sind wir vielleicht stark, aber gemeinsam unschlagbar.

Was wir für die Zukunft brauchen ist eine solide Ausrichtung des Unternehmens und Ziele mit der gesamten Mannschaft, um weiterhin Automobilhersteller Nr. 1 zu bleiben! Denn Volkswagen ist und bleibt ein tolles Unternehmen, das schöne Autos baut und sozial ist. Aber das natürlich nur, weil unsere Arbeitsbedingungen so fair vom Betriebsrat gestaltet wurden. Kolleginnen und Kollegen, ich hoffe in den wenigen Minuten ist euch nochmals bewusst geworden, wie wichtig die Betriebsratswahl für uns ALLE ist.

Nutzt euer Privileg und geht am 13., 14. oder 15. März bis 8 Uhr morgens in die Wahllokale und bestimmt mit.

Setzt euer Kreuz nach bestem Wissen und Gewissen. Also Daumen hoch für die IG Metall – Liste 1

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit

Eure Pia und euer Lukas!