Bernd Osterloh: VW-Markenvorstand kann eigene Zahlen nicht erklären

Das sogenannte "Ergebnisverbesserungsprogramm" wird Thema bei der nächsten Betriebsversammlung im Werk Wolfsburg sein ...
13.03.2019

Bis zu 7000 Arbeitsplätze soll ein neues Sparprogramm bei VW angeblich kosten. Der Haken an der Sache: Der Zahl fehlt die Grundlage.

Der Vorstand der Marke Volkswagen hat heute bei der Jahrespressekonferenz Pläne für ein sogenanntes "Ergebnisverbesserungsprogramm" vorgestellt.

Der Volkswagen-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh äußerte sich dazu gegenüber der Presse wie folgt:

„Der Vorstand hat sich bisher geweigert, die Jahrgänge nach 1961 für die Altersteilzeit freizugeben, obwohl viele Kolleginnen und Kollegen nach einem langen und harten Arbeitsleben darauf warten. Gut, wenn sich das jetzt endlich ändert. Allerdings muss der Vorstand wissen, dass es bei den Angeboten zur Altersteilzeit keinen Unterschied zwischen Verwaltung und Produktion geben kann. Der Betriebsrat will nicht, dass der Vorstand eine Zwei-Klassen-Belegschaft einführt – die einen bekommen ATZ, die anderen nicht.

Für uns gibt es nur eine Belegschaft, nämlich die von VW.

Wichtig ist es außerdem, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu gehen. Wir müssen jetzt eine Betriebsvereinbarung abschließen, die unsere Informations- und Mitbestimmungsrechte regelt. Neu- und Weiterqualifizierung müssen dabei im Vordergrund stehen. Diese „Roadmap Digitalisierung“ haben wir übrigens schon 2017 gefordert.



Beim dann möglichen Abbau von entfallenden Arbeitsplätzen über die demografische Kurve sind zwei Dinge wichtig: Unsere Beschäftigungssicherung gilt mindestens bis Ende 2025. Und Altersteilzeit kann es nur nach dem Prinzip der doppelten Freiwilligkeit geben: Die jeweilige Aufgabe muss entfallen und betroffene Kolleginnen und Kollegen müssen früher in den Ruhestand wollen. Andernfalls haben sie Anrecht auf eine andere Aufgabe, die ihren Fähigkeiten entspricht – und für die falls nötig qualifiziert wird.“
 
Des weiteren betonte Osterloh:
 
„Klar ist: Bei Volkswagen werden nur Arbeitsplätze abgebaut, wenn die Tätigkeit dahinter tatsächlich wegfällt. Einer Fremdvergabe werden wir nicht zustimmen. Der Betriebsrat sieht die Aussagen der Unternehmensseite zu den 5000 bis 7000 Arbeitsplätzen daher sehr kritisch. Denn uns ist keine Herleitung dieser Größenordnung bekannt. Der Vorstand ist bisher nicht in der Lage, eine Erklärung zu diesen Zahlen zu liefern. Fakt ist: Hirngespinste von externen Unternehmensberatungen werden wir nicht akzeptieren.“