Betriebsversammlung bei VW

20.03.2019 | JAV

Der Volkswagen Gesamtbetriebsrat hat der Unternehmensseite auf der Betriebsversammlung Bedingungen gestellt, mit denen auch zukünftig gemeinsam mit der Belegschaft an der Transformation des Unternehmens gearbeitet werden kann.

Auf der Betriebsversammlung wandte sich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh klar gegen das einseitig vom Unternehmen ausgerufene pauschale Abbauziel von bis zu 7000 Arbeitsplätzen. Der Zahl fehle jede Grundlage.

Unter den geeigneten Voraussetzungen und vor allem in der richtigen Reihenfolge sei der Betriebsrat bei Volkswagen jedoch wie schon in der Vergangenheit bereit, Wege zu verhandeln, auf denen Beschäftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit gleichrangige Ziele bleiben. Für eine digitale Transformation im Rahmen einer „Roadmap Digitalisierung“ müsse der Vorstand aber zunächst seine eigenen Hausaufgaben machen.

Denn den planmäßig erreichten Zielen des Zukunftspaktes mit enormen Anstrengungen der Beschäftigten stünden zuletzt Milliardenverluste entgegen, die alleine auf das Konto des Managements gingen. Dazu zählten zum Beispiel das WLTP-Desaster, eine hochriskante Einkaufsstrategie, erhebliche Verzögerungen in zentralen Fahrzeugprojekten und gebrochene Zusagen aus der erst kürzlich verabschiedeten Planungsrunde.

Osterloh sagte vor rund 20.000 Kolleginnen und Kollegen in und vor der Halle 11: „Bevor all diese Fragen nicht beantwortet und mit klaren Vereinbarungen versehen sind, wie wir diese Fehler beheben, werden hier keinerlei Gespräche zu weiteren Effizienzsteigerungen stattfinden. Denn: Diese Belegschaft hat 2018 einmal mehr bewiesen, dass sie liefert, wenn es schwierig wird. Jetzt liefern endlich auch Sie!“ Osterloh verwies in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf die Mobilisierungsfähigkeit der IG Metall und auf eine äußerst angespannte Stimmung der Belegschaft.

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