Historisches Geschenk für Bernd Osterloh: Die Allererste Schreibmaschine des VW-Betriebsrates

Lorenzo Annese, Bernd Osterloh und Giuseppe Gianchino
25.06.2015 | Migranten

Was für eine schöne Überraschung: Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh hat ein Geschenk von historischem Wert erhalten: Die allererste Schreibmaschine des VW-Betriebsrates.

Es war in den 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als die Maschine der Firma Siemag (Siegerland) ihren Dienst verrichtete. „Betriebsrat und Jugendvertretung haben mit ihr Flugblätter geschrieben“, erinnert sich Ex-Betriebsrat Lorenzo Annese. „Irgendwann stieg man dann um auf Schreibmaschinen mit Kugelkopf.“ Annese ging später in Rente, die alte Schreibmaschine landete in einer Ecke. „Es war mein Kollege Vittorio Unali, der sie rettete, als sie weggeworfen werden sollte. Als Vittorio vor vier Jahren selbst in Rente ging, brachte er sie mir“, sagt Annese.

Auf das Fundstück aufmerksam wurde schließlich Giuseppe Gianchino von der Migrantenvertretung der IG Metall im VW-Werk, als er bei Annese nach Material für seine Ausstellung „Italienerdorf Berliner Brücke“ suchte. Und weil diese Ausstellung auf der Betriebsversammlung gezeigt werden konnte, fiel schnell die Entscheidung, die Schreibmaschine Bernd Osterloh zu überreichen. „Sie ist ein sehr schönes Erinnerungsstück und hat bei uns einen Ehrenplatz bekommen“, freute sich Osterloh. Zugleich lobte er das Engagement der Migrantenvertretung, die an die Geschichte der ersten Italiener bei Volkswagen erinnerten.

In nur vier Tagen schauten sich mehr als 1000 VW-Beschäftigte die Ausstellung an. Gianchino: „Darunter waren auch jüngere Kolleginnen und Kollegen, die zum ersten Mal Fotos von den alten Baracken an der Berliner Brücke sahen.“ Und eine Besonderheit gab’s obendrein: Werksrenter Francesco Cannone entdeckte sich zufällig auf einem fast 50 Jahre alten Foto wieder.