Hohe Arbeitsbelastung: Polizeigewerkschafter diskutiert mit VW-Vertrauensleuten

Dietmar Schilff (stehend) bei VW-Vertrauensleuten.
15.06.2017 | Bereich 3

Austausch unter Gewerkschaftern: Bei Schwerpunktsitzungen im Betriebsratsbereich 3 diskutierten über 100 Kolleginnen und Kollegen mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden und Vorsitzenden der Niedersächsischen Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff.

Ein wichtiges Thema für den Arbeitnehmervertreter der Polizei ist derzeit die Personalsituation: „In den vergangenen Jahren sind insgesamt 16.000 Stellen bundesweit abgebaut worden. Die Arbeitsbelastung für die Kolleginnen und Kollegen ist daher extrem hoch.“ Aktuell würden 24.000 Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen auf rund 1,5 Millionen Überstunden kommen. „Der Einsatz bei Themen wie Terrorgefahr, Demonstrationen oder Risikospielen im Fußball ist aber alternativlos. Auch die Politik hat das erkannt und will die Forderung nach zusätzlichem Personal umsetzen“, erklärt Schilff. Allerdings werde die Wirksamkeit noch einige Zeit dauern, da die Polizistinnen und Polizisten erst eine dreijährige Ausbildung durchlaufen.

Verbunden mit diesem Beispiel ist auch ein Appell an die VW-Vertrauensleute für die Mitbestimmung zu werben. Schilff, der auch kürzlich auf der VW-Betriebsversammlung zu Gast war:  „Dass Menschen dort ihre Meinung frei äußern können, dass Kolleginnen und Kollegen vernünftig entlohnt werden, dass Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat mitbestimmen – das alles ist keine Selbstverständlichkeit! Das geht nur mit starken Gewerkschaften und Betriebsräten. Für dieses hohe Gut müssen wir auch in Zukunft kämpfen.“

Abschließendes Thema war die politische Zukunft Deutschlands: Hier betonte der Gewerkschafter, dass entgegen rechtspopulistischer Behauptungen, kein drastischer Anstieg von Kriminalitätsdelikten durch Flüchtlinge verzeichnet werden konnte. Schilff warb stattdessen für eine sozialere Politik: „Stärkere Investitionen in die Sicherheitspolitik sind zwar notwendig. Mindestens genauso wichtig sind aber Investitionen in Integration sowie Sozial- und Bildungspolitik.“