In Kambodscha nennen sie ihn „Uncle Pig“: Stefan Warnecke hilft in Kambodscha

07.05.2015 | Bereich 1

2011 reiste Stefan Warnecke zum ersten Mal nach Kambodscha. „Ein wunderschönes Land, aber viele Menschen leben in bitterer Armut. Viele Familien müssen mit einem Dollar am Tag auskommen“, sagt der 44-Jährige aus der Lackiererei der Fertigung 2. Deswegen engagiert er sich für eine Schule mit 300 Kindern. Mit seiner Hilfsbereitschaft hat er schon drei Teams der Fertigung 2 angesteckt. Sie haben Patenschaften für Kinder in Kambodscha übernommen.

Immer wieder reisen Warnecke und Freundin Annika Wäke (Schicht 1, Lackiererei Fertigung 2) in das südostasiatische Land. „Tempel muss ich mir aber nicht mehr ansehen. Die habe ich schon mehrmals gesehen. Ich fahre lieber zur Angkor- Thom Junior-High-School nach Siem Reap und helfe dort“, sagt Warnecke. Die Schule gibt es seit 2007. Ein Ehepaar aus München hat sie aufgebaut. Mittlerweile gibt's den Verein „Hilfe für Kinder in Kambodscha“. Was Warneckes Hilfe so besonders macht: Er leistet sie direkt. Er besucht bedürftige Familien von Schulkindern auf dem Land, kauft Medikamente, finanziert Arztbesuche, organisiert Ausflüge für die Schüler und stiftet Malstifte oder Kugelschreiber. „Vieles ist ermöglicht durch Spenden von Kollegen und Freunden.“ Wichtig ist dem Bereitsteller aber auch Hilfe zur Selbsthilfe. Warnecke: „Wir haben zum Beispiel einer Familie ein Ferkel gekauft. Die Deckprämie und den ersten Tierarztbesuch haben wir auch noch finanziert. Inzwischen hat die Familie sich mit einer kleinen Schweinezucht eine eigene Existenz aufgebaut.“ Seit dieser Aktion hat Warnecke übrigens einen Spitznamen: „In Kambodscha heiße ich Uncle Pig.“ Vier Patenschaften für Kinder hat Familie Warnecke/Wäke inzwischen übernommen. Warneckes Hilfsaktionen haben ihn auch im Kollegenkreis in Halle 9 bekannt gemacht. Die Betriebsräte Matthias Koch und Marcus Kirste unterstützen ihn. Und drei Teams sind ebenfalls Paten geworden. „Wir hoffen, dass noch weitere Teams diesem guten Beispiel folgen“, sagt Florian Hirsch (Montage, Schicht 1). Im April fährt Warnecke übrigens wieder nach Kambodscha. Und in den Sommerferien nimmt er eine Kollegin mit an die Schule nach Siem Reap. Sie will selbst sehen, wo die Wolfsburger Hilfe ankommt. Warnecke: „Schön ist, dass Arbeitskollegen auch auf Facebook verfolgen können, wenn ich vor Ort helfe. An der Schule wird übrigens nicht nur Lesen, Schreiben und Nähen unterrichtet. Es wird auch Englisch gelehrt. Denn Siem Reap liegt in der Nähe der berühmten Tempelanlage Angkor Wat. Und wer gut Englisch kann, der hat die Chance auf eine Arbeit als Touristenführer.