Mehrere hundert Vertrauensleute im VW-Werk bei Treffen gegen Rassimus

Voller Saal in Sektor 13
Wolfgang Kuznik
Aiman Mazyek
Giuseppe Gianchino
Referenten und Helfer der Veranstaltung
25.03.2019 | VKL Extra | Migranten

Mehrere hundert Vertrauensleute sowie weitere Kolleginnen und Kollegen haben am Montag an einer Großbereichssitzung zum Internationalen Tag gegen Rassismus teilgenommen. Hauptredner war der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek.

Zur Einführung erinnerte der Vorsitzende der VW-Migrantenvertretung Giuseppe Gianchino an die Verantwortung der IG Metall-Vertrauensleute, sich Rassismus und Diskriminierung insbesondere auch im Betrieb entgegenzustellen. „Wir können uns davor nicht verstecken“, sagte er.

Der stellvertretende Leiter des IG Metall-Vertrauenskörpers Wolfgang Kuznik erinnerte an das Massaker von Sharpeville in Südafrika, wo Polizisten des rassistischen Regimes im Jahr 1960 69 Demonstranten erschossen hatten. Der Tag des Massakers, der 21. März, wird inzwischen weltweit als Tag gegen den Rassismus begangen.

Aiman Mazyek machte klar, dass der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung nicht allein über Vernunft und Verstand erfolgreich sein kann. „Die Rechten versuchen, über den Hebel der Angst die Menschen für ihre Sache zu gewinnen. Dagegen müssen wir die Begegnung stellen, im Betrieb und in der Gesellschaft.“  

 „Als IG-Metaller ist es mir wichtig zu sagen, dass wir die Verantwortung haben, für Demokratie und Toleranz einzustehen“, sagte Flavio Benites von der IG Metall Wolfsburg. „Die Entstehung von extrem rechten Parteien ist auch mit unsere Schuld, denn wir dürfen denen nicht den Begriff der Solidarität überlassen. Das ist unser Begriff, und wir müssen noch stärker dagegenhalten, wenn diese Parteien ihn uns wegnehmen wollen.“ Jeder solle sich selbstkritisch fragen, ob er den Begriff im Freundeskreis und in der Familie ausreichend zum Thema gemacht habe.

Er forderte dazu auf,  an der Wahl zum europäischen Parlament teilzunehmen und kündigte eine Info-Veranstaltung dazu am 14. Mai in Wolfsburg an.

Für das Unternehmen wies Personalleiter Schahram Khosrawi-Rad auf umfassende Aktivitäten zur Förderung von Diversität und gegen Diskriminierung und Rassismus hin. Er nannte als eines von vielen Beispielen die VW-Flüchtlingshilfe.