Osterloh und Kurznack-Bodner beim BR-Dialog im Logistik-Zentrum an der Westrampe

Bernd Osterloh beim BR-Dialog an der Westrampe.
09.02.2018 | Bereich 8

Klare Worte im Dialog mit der Belegschaft: Bernd Osterloh und sein Team haben rund 100 Kolleginnen und Kollegen an der Westrampe besucht.

Künftige Auslastung, Sicherheit der Arbeitsplätze und Imageschäden aus der Dieselkrise: Diese Themen haben den Schwerpunkt gebildet bei der Infoveranstaltung „Betriebsrat im Dialog“ im Logistik-Zentrum an der Westrampe. Rede und Antwort standen Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh und Koordinator Mario Kurznack-Bodner, zusammen mit den Betriebsräten Dirk Wagner und Christian Matzedda. Rund 100 Kolleginnen und Kollegen waren dabei.

Osterloh betonte, dass die Zukunft der Westrampe gesichert und ihr Bestandsschutz auch über den Zukunftspakt vereinbart sei. Der Betriebsratsvorsitzende hob die Bedeutung des Logistik-Projektes hervor, bei dem leistungsgewandelte und tätigkeitseingeschränkte Beschäftigte im Verpackungsbetrieb arbeiten. „Solche Themen fallen nicht vom Himmel“, sagte Osterloh. „Um jeden Arbeitsplatz muss auch hier bei Volkswagen gerungen werden.“ Die starke Mitbestimmung erhöhe dabei die Erfolgschancen. Mit Blick auf die Westrampe sagte Osterloh: „In anderen Unternehmen wird das anders geregelt: Wenn sie Dich nicht mehr gebrauchen können, weil Du vielleicht gesundheitlich angeschlagen bist, schmeißen sie Dich raus.“

Dabei zeigten Initiativen wie die Westrampe, dass es sich auch finanziell rechne, eingeschränkte Kolleginnen und Kollegen weiterhin – individuell angepasst – wertschöpfend einzusetzen.

An der Westrampe unterstützen zum Beispiel Packhilfen, Saugheber und höhenverstellbare Arbeitsgeräte. Ursprünglich wollte Volkswagen das Logistikzentrum zwar von der eigenen Immobilientochter bauen, aber von einem Zulieferer betreiben lassen. Statt Outsourcing gab es schließlich die Lösung mit dem Schwerpunkt für Leistungsgewandelte. Die Kosten für die angepassten Arbeitsplätze waren schnell wieder drin.

In Sachen Auslastung am Standort Wolfsburg warnte Osterloh vor einer Durststrecke in diesem und im nächsten Jahr. Gerade beim Golf dürfte Luft nach oben bleiben, während der Tiguan absehbar weiter bestens laufe. Vom Jahr 2020 an bringe aber das zusätzliche Golf-Volumen aus Zwickau neue Vorzeichen. Gut 900.000 Fahrzeuge pro Jahr seien dann in Wolfsburg wieder möglich.

Auch die Imagekrise war Thema. „`Volkswagen vergiftet Affen´ - natürlich sind solche Schlagzeilen kaufentscheidend“, sagte Osterloh in Anspielung auf die jüngsten Negativ-Nachrichten zu den Tierversuchen mit Diesel-Abgasen. „Wir müssen bei den Kunden gerade in Deutschland weiterhin zusehen, dass wir das verloren gegangene Vertrauen wieder zurückgewinnen. Das ist noch ein längerer Weg.“

Ebenfalls Thema: Die Elektromobilität setze die Beschäftigung absehbar unter Druck. Während bei einem Verbrennungsmotor 1200 Teile verbaut werden, seien es beim Elektro-Motor nur 200. Damit sinken die Fertigungszeiten, an denen die Beschäftigung hängt. Die damit nötige personelle Transformation dürfte nicht immer nur bequem werden, warnte Osterloh.

Wichtig bleibe bei allen Themen der Rückhalt der gesamten Belegschaft. Die Betriebsräte verwiesen auf die Kundgebungen vor wenigen Tagen im Werk Wolfsburg, als Zehntausende Kolleginnen und Kollegen Geschlossenheit für die laufende Haustarifrunde zeigten. Zentrale Botschaft daher auch beim BR-Dialog an der Westrampe: Nur mit einer großen Zustimmung im Rücken könne der Betriebsrat auch künftig die Dinge zum Vorteil der Beschäftigten mitgestalten.