Probandenpool: Beschäftigte testen für Konzernforschung

Fahrt in der virtuellen Welt: Wolfgang Grundler (Leiter Probandenpool) zeigt Probandin Almuth Czwikla und Betriebsrat Dr. Holger Wiesner (re.) die Funktionen des Simulators.
06.02.2015 | Bereich 5

Probieren geht über studieren: Neue Fahrzeugfunktionen und Assistenzsysteme werden in der Volkswagen Konzernforschung und Entwicklung nicht nur erdacht, sondern auch ausprobiert. Tester sind die eigenen Kollegen, die beim Volkswagen Probandenpool registriert sind. Zusammen mit Betriebsrat Dr. Holger Wiesner war MITBESTIMMEN! vor Ort im Forschungsgebäude (E 111d).

„Kundenorientierung beginnt bei Volkswagen nicht erst beim Verkauf, sondern schon in der Forschung. In internen Studien wird hier getestet, ob neue Funktionen und Assistenten beim Kunden gut ankommen – die Basis für weitere Entwicklungen“, sagt Wiesner. Ein Beispiel dafür ist die Forschung von Anna Zoé Krahnstöver. Wie können neue Lichtfunktionen bei ausgewählten Fahrmanövern unterstützen? Und wie reagieren die Fahrer auf diese lichtbasierten Assis tenzsysteme? Werden Assistenten als hilfreich oder störend empfunden? Diesen Fragen geht die 26-jährige Psychologin in ihrer Doktorarbeit nach. Antworten erhält sie durch eine eigene Untersuchung, für deren Durchführung verschiedene Fahrszenarien und Lichtfunktionen programmiert wurden. Krahnstöver: „Wir nutzen dafür den größten Fahrsimulator im For schungsgebäude. Zur Datenerhebung fahren rund 50 Probanden eine virtuelle Strecke ab.“ Lenkrad, Pedale – alles ist wie in einem normalen Fahrzeug aufgebaut. Den räumlichen Eindruck vermitteln große Leinwände vor, neben und hinter der Sitzkiste. So sieht der Fahrer auch Bewegung in Rück- und Seitenspiegeln. „Sensoren und Kameras liefern die Daten direkt in den Regieraum, aus dem ich mit unserer Praktikantin Tanja Kammann den Versuch steuere“, erklärt die Doktorandin. Ergänzt wird der Versuch durch Fragebögen und persönliche Befragungen, in denen die Probanden Fahrt und Funktionen selbst einschätzen. Gute Sache: Alle Tester sind eigene Kolleginnen und Kollegen aus dem Volkswagen Probandenpool und somit Werksangehörige. „Das ist sehr hilfreich. Alle sind autobegeistert und interessieren sich für Technik. So können sie in den Versuchen detaillierte Rückmeldung und wichtige Hinweise geben. Zudem bleiben geheime Daten im Unternehmen“, so Krahnstöver. Wenn die Testfahrten im Simulator abgeschlossen sind, geht es für die Doktorandin an die Auswertung: „Wir werden herausfinden, ob sich die weitere Entwicklung der getesteten Funktionen lohnt und wie wir sie noch besser auf die Kundenbedürfnisse abstimmen können. Gut möglich, dass unsere Probanden das Ergebnis irgendwann im eigenen Fahrzeug erleben und ganz real ausprobieren können.“