Zweite Verhandlungsrunde bei Volkswagen

Die IG Metall-Verhandler
11.01.2018

Die zweite Tarifverhandlung für die rund 120.000 Beschäftigten der Volkswagen AG ist ergebnislos zu Ende gegangen. Der Konzern legte ein „Angebot“ vor, das jedoch den Forderungen der IG Metall nicht entgegenkommt.

Das Forderungspaket umfasst die Erhöhung des Entgelts um 6 Prozent für zwölf Monate, eine Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung und die Verpflichtung zur Einstellung von Auszubildenden zur Bewältigung von Digitalisierung und Transformation um fünf Jahre. Beim Entgelt sieht das „Angebot“ lediglich eine Einmalzahlung von 200 Euro und eine Erhöhung von zwei Prozent vor mit einer Laufzeit von 15 Monaten. Die Ausbildungszusage soll lediglich für ein Jahr verlängert werden. Zur betrieblichen Altersversorgung machte Volkswagen kein Angebot. Stattdessen stellt Volkswagen Gegenforderungen nach Beiträgen der Beschäftigten durch Abbau tariflich gesicherter Leistungen.

 Bezirksleiter Thorsten Gröger, Verhandlungsführer für das Haustarifgebiet der Volkswagen AG, äußert sich verärgert über das Verhalten der Arbeitgeberseite: „Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Unverschämtheit! Volkswagen hat heute eine Chance verspielt, den Weg für konstruktive Verhandlungen zu bereiten. Das ist eine Provokation für die Beschäftigten. In der Fläche zeigen die Beschäftigten gerade deutlich, wie sie auf solche Provokationen antworten. Auch bei den Volkswagen-Beschäftigten werden diese Antworten nicht lange auf sich warten lassen. Ich fordere Volkswagen auf, diese Haltung grundlegend zu ändern.“

 Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh findet ebenfalls deutliche Worte: „Volkswagen stellt unrechtmäßige Gegenforderungen, die dem Manteltarifvertrag zuwiderlaufen. Das werden wir nicht mitmachen. Das ist eine Steilvorlage für die ersten Warnstreiks nach Auslaufen der Friedenspflicht Ende Januar.“

 Der nächste Verhandlungstermin ist am 30. Januar 2018 in Hannover.