Betriebsräteversammlung: VW-Konzernvorstände und Arbeitnehmervertreter werben für Veränderungsprozess

Der Konzernvorstand von Volkswagen und die Betriebsräte von Volkswagen, Audi, Porsche, MAN und weiterer deutscher Konzerngesellschaften haben bei der  Betriebsräteversammlung des Automobilherstellers die Belegschaften aufgerufen, den laufenden Veränderungsprozess des Unternehmens mutig anzugehen. Der Vorsitzende des VW-Konzernbetriebsrats Bernd Osterloh sagte am Donnerstag in Wolfsburg, der Einstieg in E-Mobilität, autonomes Fahren und andere Zukunftstechniken „wird uns alle viel Mühe und Energie kosten. Deshalb lautet meine Bitte an alle Kolleginnen und Kollegen: Zeigt weiter so viel Einsatz und Engagement. Denn nur ein erfolgreiches Unternehmen sichert auch in Zukunft die Arbeitsplätze von uns allen.“ Gleichzeitig machte Osterloh klar, „dass wir als Betriebsrätinnen und Betriebsräte darauf achten, dass der Wandel nicht auf Kosten der Kolleginnen und Kollegen erfolgen wird.“ Als Gast sprach Bundesaußenminister Sigmar Gabriel zu den Arbeitnehmervertretern.

Zu dem Treffen waren rund 250 Betriebsratsmitglieder aller deutschen Konzernstandorte nach Wolfsburg gekommen. Mit dem Konzernvorstand diskutierten die Arbeitnehmervertreter die Transformation der Automobilindustrie und die daraus resultierenden Schritte für den VW Konzern und seine Marken.

 Vorstandsvorsitzender Matthias Müller dankte den Beschäftigten für „ihren Einsatz und für die Bereitschaft, Veränderungen mitzutragen.“ Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die deutlich verbesserten jüngsten Unternehmensergebnisse. „Wir wissen aber, dass wir uns jetzt nicht zurücklehnen dürfen. Die Transformation des Volkswagen Konzerns vom Autobauer zu einem weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität hat gerade erst begonnen. Volkswagen und seine Menschen stecken voller Kraft und Kreativität. Gemeinsam haben wir das Zeug dazu, auch in der automobilen Welt von morgen eine Spitzenposition einzunehmen.“

Als Beispiel für einen erfolgreichen Veränderungsprozess nannte Osterloh den Zukunftspakt der Marke Volkswagen. „Wir sehen an den verbesserten Unternehmensergebnissen, dass der Zukunftspakt wirkt. Trotzdem dürfen wir nicht nachlassen, denn die Investitionen in die Zukunftstechniken werden kontinuierlich steigen.“ Die Bereitschaft der Beschäftigten zur Veränderung zeigt sich laut Osterloh auch in der guten Annahme der erweiterten Altersteilzeitmöglichkeiten. „Wir haben eine sehr hohe Annahmequote der ATZ. Damit erreichen wir Veränderung entlang der demografischen Kurve. Außerdem entstehen so Beschäftigungsmöglichkeiten für  junge Kolleginnen und Kollegen. Der Zukunftspakt zahlt sich schon aus.“

Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats forderte vom Unternehmen mehr Einsatz für Weiterbildung und Neuqualifizierung der Belegschaften. „Die Kolleginnen und Kollegen  müssen durch Weiterbildung die Chance bekommen, dass sie den Weg in die Zukunft mitgehen können. Wir Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertreter werden an dieser Stelle nicht lockerlassen.

Als Gast besuchte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel die Betriebsräteversammlung. Gabriel berichtete über die aktuelle außenpolitische Situation. In einer Podiumsdiskussion mit Osterloh, dem VW-Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller und dem Generalsekretär des Konzernbetriebsrats Gunnar Kilian lotete  Gabriel aus, welche Chancen und welche Risiken sich aus der weltpolitischen Lage für die deutsche Industrie ergeben.