Die Zukunftsroute zur Beschäftigungssicherung bei VW

Aus der erfolgreichen Betriebsratsarbeit

Bei Volkswagen sind seit 2016 die konkreten Pläne für die Transformation der Standorte mit langfristiger Beschäftigungssicherung verknüpft. So erfolgte auf Initiative des Gesamtbetriebsrates zunächst (2016) ein Zukunftspakt mit Beschäftigungssicherung bis 2025 und daran anknüpfend 2019 die sog. Roadmap Digitale Transformation, die diese Beschäftigungssicherung sogar bis 2029 für alle Kolleginnen und Kollegen erweitert.

Doch wie ist es dazu gekommen? Der Weg dahin war nicht einfach und selbstverständlich, sondern er geht auf das hartnäckige Engagement der IG Metall-Betriebsräte bei Volkswagen zurück.

Der Zukunftspakt

Im Jahr 2016 stand Volkswagen vor einer schwierigen Situation mit unklarem Ausgang: Die Bewältigung der Dieselkrise sowie die zeitgleiche Zukunftsausrichtung der Marke Volkswagen waren damals die zentralen Herausforderungen. Der IG Metall-Betriebsrat hat gemeinsam mit den Beschäftigten dafür gesorgt, dass nicht nur die Folgen bewältigt - sondern auch neue Perspektiven für Auslastung und Beschäftigung am Standort Wolfsburg geschaffen worden sind.

Dabei hatte das Unternehmen ein knappes Jahr nach Beginn des milliardenteuren Dieselskandals zunächst ganz andere Pläne verfolgt: Auslagerung von Service Factory und großen Teilen der Logistik, massenhafte Kürzungen, Verlagerung des Baus von Elektrofahrzeugen ins Ausland – selbst von Entlassungen war die Rede.

Einmal mehr zeigte der IG Metall-Betriebsrat auf, dass es auch anders geht. Kern des Zukunftspaktes ist eine Beschäftigungssicherung bis 2025. Kurz nach Dieselgate war der jahrelange Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen ein Riesenerfolg. Die vereinbarte Anpassung der Belegschaft – es ging über mehrere Jahre bis 2020 um insgesamt etwa 14.000 Stellen – läuft auf rein freiwilliger Basis über attraktive Altersteilzeitregeln entlang der demografischen Kurve. Damit konnten tausende Beschäftigte früher in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Parallel zum Abbau über die Altersteilzeit entstanden aber auch 9.000 neue Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern. Mit dem Zukunftspakt, den der IG Metall-Betriebsrat eingefordert hatte, ist Volkswagen das erste Automobilunternehmen, das der beginnenden Branchentransformation mit konkreten Antworten und Umbaukonzepten begegnete. So gehörte auch ein rund 100 Millionen Euro schweres Qualifizierungsbudget dazu, das beim Wechsel auf nachhaltig sichere Arbeitsplätze hilft.

Die Ergebnisse des Zukunftspakts waren und sind ein großer Erfolg, denn: die vereinbarten Produktzusagen für alle Volkswagen Standorte sind Garant für die Beschäftigung an den Standorten.

Dieser Verhandlungserfolg trägt bis heute und macht auch in der aktuellen Halbleiterkrise deutlich, wie wichtig unsere Beschäftigungssicherungssicherung bei Volkswagen ist.

Die Roadmap Digitale Transformation

Nach dem Zukunftspakt von 2016 setzt die Roadmap den Schwerpunkt auf Veränderungen in der Verwaltung. Kern der Vereinbarung: Die Beschäftigungssicherung bei der Volkswagen AG wird bis Ende 2029 verlängert. Das bedeutet weitreichenden Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.

Außerdem wurden nach und nach die nächsten Jahrgänge (ab Jg. 1962) für die Altersteilzeit freigegeben. Vorangegangen waren wochenlange Diskussion über Pläne des Vorstandes, die ohne konkrete Begründung den Abbau von bis zu 7.000 Arbeitsplätzen und das Aufweichen von Sicherheiten für die Belegschaft vorsahen.

Stattdessen wird nun konkret überprüft, ob es durch neue Software und Prozesse tatsächlich zu einem Entfall klassischer Verwaltungsaufgaben kommt. In diesem Fall könnten bis zu 4.000 Stellen ohne Arbeitsverdichtung entfallen. Wichtig hierbei ist: beim möglichen Abbau von Arbeitsplätzen muss klar sein, dass diese Tätigkeiten auch tatsächlich entfallen – ansonsten wird weiterhin jede Stelle nachbesetzt. Dafür sorgt der IG Metall-Betriebsrat mit seinen Vereinbarungen, u.a. zum Volkswagen-Weg.

Fest steht auch: bis 2023 kommen zusätzlich zum Zukunftspakt noch einmal mindestens 2.000 Zukunftsarbeitsplätze mit dem Schwerpunkt Digitalisierung hinzu.

Gute Nachrichten gibt es auch für die Ausbildung: sie bleibt im Umfang von jährlich 1.400 Plätzen erhalten und wird noch stärker auf zukunftsfähige Berufsbilder ausgerichtet.

Diese Errungenschaften zeigen, dass sich der IG Metall-Betriebsrat in Wolfsburg gemeinsam mit den Beschäftigten für die aktive Gestaltung des Wandels einsetzt – und das auch im engen Schulterschluss als Gesamtbetriebsrat – für alle Volkswagen Beschäftigten an allen Standorten.