Bernd Osterloh besucht Zulieferer in Thüringen

Für Präzisionsrohre wie diese ist Jansen bekannt.
20.08.2020

Die Firma Jansen aus dem thüringischen Eichsfeld ist Spezialist für hochwertige Stahlrohre. Die Teile kommen bei VW-Fahrzeugen zum Beispiel als Antriebswellen oder in Lenkstangen zum Einsatz. Jetzt hat Bernd Osterloh den Jansen-Betriebsrat besucht – und auch mit den Beschäftigten diskutiert. Eine klare Ansage zum Ost-West-Unterschied in Sachen Arbeitszeit gab es auch.

Dingelstädt/Wolfsburg - Netzwerken unter Metallern: Bernd Osterloh hat sich mit Betriebsräten und Beschäftigten beim Zulieferer Jansen ausgetauscht. Der Stahlrohrspezialist aus Thüringen versorgt vor allem Zulieferer, die mit Volkswagen im Geschäft sind. Jansen ist aber auch seit langem direkter Partner von VW – etwa im Bereich Wellen und Lenkstangen. Rund 200 Jansen-Beschäftigte sorgen in Dingelstädt im Eichsfeld in einem der modernsten Stahlröhrenwerke Europas für mehr als 20.000 Tonnen Fertigrohr pro Jahr.

Jansens Geschäftsfeld hängt zwar nicht komplett am Verbrenner-Antriebsstrang. Mit Produkten wie Nockenwellen ist das mittelständische Unternehmen mit Muttergesellschaft in der Schweiz aber dennoch von der Transformation zur E-Mobilität betroffen. Und so waren dann auch Mobilitätswende und batterieelektrische Zukunft Schwerpunkte der Diskussionen bei dem Besuch.

Die Aussichten für Diesel und Benziner, unzureichende Ladeinfrastruktur, Reichweite, Batteriehaltbarkeit und Preisperspektiven für E-Autos waren einige der Aspekte, über die Bernd bei einer IG Metall-Mitgliederversammlung der Jansen-Belegschaft debattierte.

Zuvor hatten sich der VW-Konzernbetriebsratsvorsitzende und die Jansen-Betriebsratskollegen um deren Vorsitzenden Jörg Porrmann am Firmensitz ausgetauscht. Der deutsche Jansen-Standort, 1998 eröffnet, hat seit 2013 einen Betriebsrat und seit 2014 einen Haustarif. Neun Mitglieder zählt die Belegschaftsvertretung bei Jansen.

Ob nun Schutz vor Corona, einzelne Betriebsvereinbarungen oder die Arbeit in den Gremien – für Jörg und Bernd stand nach dem Treffen fest: „Netzwerken und voneinander lernen ist keine Frage der Unternehmensgröße. Für uns IG Metaller zählt, dass wir einen breiten Austausch pflegen und dabei auch über Landes- und Betriebsgrenzen hinweg zusammenarbeiten.“

Bernd und Jörg hatten sich 2018 auf dem Betriebsrätetag kennengelernt. Seither läuft der Austausch. 2019 war das Jansen-Gremium in Wolfsburg zu Gast, nun erfolgte der Gegenbesuch im Eichsfeld.

Auch zur 38-Stunden-Woche, die für die Metallerinnen und Metaller in den ostdeutschen Bundesländern noch Realität ist, hatte Bernd bei dem Treffen in Dingelstädt eine klare Botschaft im Gepäck: „Nach mehr als 30 Jahren deutscher Einheit muss es endlich mal soweit sein, dass wir bei der Arbeitszeit gleiche Verhältnisse haben. Das ist ganz einfach eine Frage der Gerechtigkeit.“

Im Gespräch mit der Thüringer Allgemeinen forderte Bernd eine konsequente Umsetzung der 35-Stunden-Woche: "Was mir echt stinkt, ist dieser Unterschied zwischen Ost und West, dass man 30 Jahre nach der Wende immer noch unterschiedliche Arbeitszeiten hat. Es ist an der Zeit, diese Unterschiede endlich zu eliminieren. Wir als IG-Metall-Vertreter sind dazu sofort bereit."

Übrigens: Drei Stunden mehr pro Woche summieren sich in einem ganzen Arbeitsleben auf rund zweieinhalb Jahre Mehrarbeit ...