Betriebsratsspitzen mahnen Masterplan für Mobilität an

Die Titelseite der Freien Presse aus Chemnitz vom 19. August.
19.08.2019

Klartext der VW-Betriebsratsvorsitzenden aus Wolfsburg und Sachsen: Bernd Osterloh und Jens Rothe sprechen über E-Mobilität, den Anlauf des ID.3 und die politische Lage im Freistaat.

Osterloh und Rothe haben sich in einem Interview mit der „Freien Presse“ in Chemnitz geäußert. Beide waren zuversichtlich, dass der Anlauf des ID.3 in Zwickau wie geplant laufen wird.

Kritischer äußerten sie sich bei der Frage, ob die Kunden später genug Ladesäulen für die E-Fahrzeuge finden. Rothe: "Man sieht ja, wie die Ladeinfrastruktur in unserer Region wächst, aber es geht nicht so schnell, wie wir uns das als Hersteller wünschen. Wir können nicht alles alleine stemmen.“ Osterloh dazu: „Die Politik hat keinen Masterplan zur Mobilität. Es wird viel gefordert, aber die Unterstützung fehlt.“

Der Vorsitzende des Volkswagen-Konzernbetriebsrates warnt auch grundsätzlich vor einem falsch organisierten Wandel der Brache: „Die Autoindustrie insgesamt ist gefährdet. Auch viele Zulieferer kämpfen mit den Strukturveränderungen. Ich befürchte, das wird viele Arbeitsplätze kosten."

Mit Blick auf die Landtagswahl sind beide Belegschaftsvertreter in Sorge. Osterloh: „Zustimmung für Politiker mit menschenverachtenden Positionen geht mir echt gegen den Strich.“ Und Rothe ergänzt: „Wir hätten für unseren Umbau zur Elektrofabrik eine Menge guter Fachkräfte aus dem Ausland gebrauchen können. Einige sind nicht gekommen, weil sie Angst davor hatten, dass ihre Familien hier nicht friedlich leben können. Wenn das Schule macht, kriegen wir einen Imageknick und nehmen uns selber aus dem Rennen.“

Das komplette Interview gibt es hier auf den Seiten der Freien Presse.