Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh zur Vier-Tage-Woche: Bei VW nicht nötig!

Produktion bei VW: genug Auslastung.
Bernd Osterloh
21.08.2020

In den Medien wird aktuell viel über die vom IG Metall- Vorsitzenden Jörg Hofmann angestoßene Diskussion zu einer Vier-Tage-Woche in der Metallindustrie berichtet. Jetzt hat sich VW-Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh dazu zu Wort gemeldet.

In den Medien wird viel über Pläne zu einer Vier-Tage-Woche berichtet. Ist das auch für VW aktuell?

Bernd Osterloh: „Ganz klar nein. Bei VW ist die Lage so, dass wir eine Vier-Tage-Woche nicht brauchen. Die Auslastung der Produktion im zweiten Halbjahr sichert die Beschäftigung. Außerdem haben wir im Zukunftspakt und in der Roadmap Digitale Transformation bereits beschrieben, wie wir die Anpassung der Belegschaft erreichen wollen: nämlich über Altersteilzeit bis zum Jahrgang 1967. Ich glaube, dass wir damit die richtige Antwort haben auf die Herausforderungen in der Automobilindustrie .

Was hält der BR grundsätzlich von einer Vier-Tage-Woche?

Bernd Osterloh: “Die Vier-Tage-Woche hat bei VW 1993 in unserer bis dahin schwersten Krise rund 30.000 Arbeitsplätze gesichert. Ich war damals übrigens bei den Verhandlungen dabei. Das Modell war ein Riesenerfolg. Darum unterstütze ich den Vorschlag des IG Metall-Vorsitzenden Jörg Hofmann ausdrücklich. So wie ich das sehe, geht es nicht um ein Modell für alle Unternehmen, sondern darum, dass Betriebsrat und Geschäftsführung für einzelne Betriebe mit Beschäftigungsproblemen eine Vier-Tage-Woche vereinbaren können. So, wie wir es damals bei VW gemacht haben.“