Bett-Premiere auf der VW-Betriebsversammlung in Wolfsburg

Großer Andrang: Die ausgestellten Utensilien aus dem Italienerdorf lockten die Belegschaft an.
Aufsteller mit Text und Bildern erzählen die Geschichte der Italiener bei Volkswagen.
Lorenze Annese und Giuseppe Gianchino (v.l.) am Stand der Migrantenvertretung.
Ebenfalls zu sehen: Ein Schreibtisch aus der Volkswagen-Geschichte.
18.03.2015

Premiere im VW-Werk Wolfsburg: Auf der Betriebsversammlung am Mittwoch, 18. März, stand erstmals ein Bett. Es ist ein Stück Volkswagen-Geschichte, mit dem die Migrantenvertretung an ihrem Stand einen Vorgeschmack auf die Ausstellung „Das Italienerdorf Berliner Brücke“ gegeben hat. Die Ausstellung wird am Dienstag, 24. März, um 10:30 Uhr in der Migrantenvertretung (VW-Werk, Südstraße, Sektor 21, 1. OG) eröffnet.

Auf der Betriebsversammlung standen noch weitere Ausstellungsstücke und Infotafeln für die Belegschaft bereit. „Der Andrang war groß. Wir sind mit dem Auftakt sehr zufrieden“, sagte Giuseppe Gianchino, Vorsitzender der Migrantenvertretung.

Immerhin war es nicht ganz einfach, die Erinnerungsstücke aufzutreiben: Der ehemalige VW-Betriebsrat Lorenze Annese erinnerte sich an den früheren Kollegen Vittorio Unali, der heute in Rühen lebt. Vor 38 Jahren hatte Unali Annese davon berichtet, dass ein italienischer Kollege 20 ausrangierte Betten gekauft habe, um sie für eine Lebenshilfe-Einrichtung auf Sardinien zu nutzen. Gemeinsam mit Unali machte Annese den Ex- Kollegen schnell ausfindig: Giovanni Tendas lebt im sardischen Dorf Santa Maria Navarrese. Die Betten hatte er längst ausrangiert, aber ein Exemplar war noch aufzutreiben. Annese: „Ich habe dann den Sardischen Kulturverein in Wolfsburg um Hilfe gebeten. Sie haben mir tatsächlich das Bett zurück nach Wolfsburg gebracht.“

Neben dem Bett lieferte Annese weiteres Material und so konnte gemeinsam mit der Migrantenvertretung, der IG Metall Wolfsburg, des Betriebsrates und der historischen Kommunikation von Volkswagen eine komplette Ausstellung auf die Beine gestellt werden. „Mit dieser Ausstellung wollen wir nun über die Geschichte der Italiener bei Volkswagen informieren“, erklärt Gianchino.

Zunächst ab dem 24. März in der Migrantenvertretung. Danach soll die Ausstellung im Gewerkschaftshaus der IG Metall Wolfsburg gezeigt werden. Der Termin wird noch bekannt gegeben.