Drohende Abschiebung: Solidarität mit VW-Kollegen Ahmed Khalifa

Achim Barchmann, Ahmed Khalifa und Wolfgang Kuznik.
29.07.2015

Der Fall des tunesischen VW-Beschäftigten Ahmed Khalifa schlägt weiter hohe Wellen. Jetzt schaltete sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Achim Barchmann ein. Er traf Khalifa, der von Abschiebung bedroht ist, im Werk Wolfsburg. „Für mich war schnell klar, dass ich Ahmed unterstützen möchte. Sein Schicksal hat mich sehr berührt“, so Barchmann.

Hintergrund: Khalifa (31) hatte vor drei Jahren eine deutsche Frau geheiratet. Leider hielt die Ehe nur zwei Jahre, Ahmed reichte die Scheidung ein. Das Gesetz schreibt jedoch vor, dass er mindestens drei Jahre mit der deutschen Frau verheiratet sein muss, um eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Ahmed hatte also keine Chance, juristisch gegen den Abschiebungsbescheid vorzugehen. Immerhin gibt es noch einen Funken Hoffnung: Sein Fall liegt jetzt bei der niedersächsischen Härtefallkommission.

Ahmed ist in Deutschland voll integriert. Bei Borussia Wendschott spielt er Fußball. Von seinen Kolleginnen und Kollegen wird er sehr geschätzt. Deswegen sammelten die Beschäftigten im Presswerk II sogar Unterschriften. „Ahmed zu unterstützen, ist uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Kollege Wolfgang Kuznik.

Auch die Migrantenvertretung im Werk Wolfsburg setzte ein Schreiben für die Härtefallkommission auf. Die Stadt Wolfsburg hat sich ebenfalls eingeschaltet und einen Brief verfasst. Auf diese Art und Weise möchte nun auch der SPD-Bundestagsabgeordnete helfen. In einer Stellungnahme will sich Barchmann ausdrücklich für eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung einsetzen. Zudem will er über soziale Medien auf Ahmeds Schicksal aufmerksam machen.