Haustarif-Ziel: Mehr Geld, mehr Flexibilität bei T-ZUV, mehr Sicherheit für Azubis!

17.11.2020

Die Tarifkommission hat ihre Forderungen für die nahende VW-Haustarifrunde abgesteckt, die vom Frühling aufs Jahresende verschoben ist.

Der Kern des Ganzen: Im Haustarif bei Volkswagen (also für die Tarifbeschäftigten der Volkswagen AG in Braunschweig, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter und Wolfsburg sowie bei der Financial Services) soll es 4 Prozent mehr Geld geben bei einem Jahr Laufzeit. Hierbei handelt es sich, anders als in der Fläche der Metall- und Elektroindustrie, um eine reine Entgeltforderung. Das Volumen der 4 Prozent kann also nicht, so wie in der Fläche angedacht, für Konzepte zur Arbeitsplatzsicherung genutzt werden - denn bei Volkswagen gilt ja bereits die Beschäftigungssicherung bis 2029. Außerdem sollen Mitglieder der IG Metall mehr Möglichkeiten erhalten, die Einmalzahlungen aus der Tariflichen Zusatzvergütung T-ZUV in freie Tage umzuwandeln. Bisher ist diese Flexibilität nur bestimmten Berechtigtengruppen vorbehalten (etwa Eltern kleiner Kinder). Und nicht zuletzt fordert die IG Metall, im VW-Haustarif die Verpflichtung zu 1400 Ausbildungsplätzen pro Jahr langfristig festzuschreiben - und zwar bis Ende 2030!

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh erklärt hierzu: „Die Belegschaften bei Volkswagen haben seit der letzten Erhöhung der Entgelte im Mai 2018  Leistungen erbracht: Unser Unternehmen ist mitten in einem erfolgreichen, aber anstrengenden Wandel zur Elektromobilität. Und gleichzeitig haben wir uns auf den Weg zur erfolgreichen Digitalisierung des Unternehmens gemacht. Seit zehn Monaten läuft dieser Wandel unter Corona-Bedingungen: Masken auf den Werksgeländen, Zehntausende in Mobiler Arbeit, extrem schwankende Fahrweisen. Das alles haben die Kolleginnen und Kollegen unterstützt und so dafür gesorgt, dass Volkswagen heute deutlich besser dasteht als viele andere Hersteller. Darum ist es nur angemessen und gerecht, wenn die Beschäftigten nun eine anständige Entgelterhöhung erwarten. Vier Prozent mehr Entgelt ist eine Forderung mit Augenmaß, die in die Zeit passt. Außerdem wollen wir als IG Metall weitere Verbesserungen beim Thema Wandlung freie Tage aus der T-ZUV erreichen. Denn wir als IG Metall-Betriebsrätinnen und -Betriebsräte wissen, dass die Bestimmung über die eigene Zeit für viele Kolleginnen und Kollegen superwichtig ist. Übrigens, Kolleginnen und Kollegen: Ihr wisst, dass tarifvertragliche Leistungen nur für IG Metall-Mitglieder gelten.“

Weitere Details zu Inhalten und dem Fortgang der Tarifrunde wird es Ende dieser Woche in einem Flugblatt geben.