Gedenkveranstaltung in Bergen-Belsen

Felina Bodner
Uwe Fritsch (Betriebsratsvorsitzender VW-Braunschweig) und Sally Perel
11.05.2015

Auf Einladung der IG Metall fand auf dem Gelände des früheren Konzentrationslager Bergen-Belsen 70 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Terrorherrschaft statt. Unter den mehr als 1000 Teilnehmern waren mehrere hundert VW-Beschäftigte aus den Werken Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter und Hannover.

Michael Gelber und Sally Perel, beide Überlebende des Holocaust, schilderten ihren leidvollen Lebensweg während des Nationalsozialismus. Zwei Jugendvertreter, die Wolfsburgerin Felina Bodner (Vorsitzende der Gesamtjugend- und auszubildendenvertretung bei Volkswagen) und Lisa Hartinger (Salzgitter Flachstahl) betonten die Bedeutung der politischen Bildung für eine demokratische Gesellschaft. Bodner (20) berichtete über die Arbeit von VW-Auszubildenden in der Gedenkstätte in Auschwitz. Dort habe sie Schuhe der Häftlinge restauriert: „Ich werde die Schuhe nie vergessen. Wir haben sie sorgfältig gereinigt und konserviert, damit sie ausgestellt werden können. Die Schuhe der Opfer, ihre letzte Spur über der Asche.“

Michael Gelber lebt heute in Rotterdam. Er wuchs im holländischen Arnheim auf. Mitte Mai 1942 begannen in den Niederlanden die Deportationen der Juden in deutsche Konzentrationslager. Gelber kam im Januar 1944 als 10-jähriges Kind mit seinen Eltern als Häftling in Bergen-Belsen an. 13 Tage vor der Befreiung des Lagers wurden er und sein Familie mit dem Zug in Richtung Osten abtransportiert.

Sally Perel lebt heute in Tel Aviv. Er wurde in Peine geboren. Nach der Machtübernahme der Nazis musste er zunächst nach Polen fliehen. Im Zuge der Kriegswirren verschlug es ihn wieder nach Deutschland. Er tarnte sich als Hitler-Junge, um unerkannt zu überleben und absolvierte im heutigen VW-Werk in Braunschweig eine Ausbildung. Seinen Lebensweg schildert er in seinem Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“.