Hunderte beteiligen sich in Wolfsburg an IG Metall-Aktion zum Haustarif

VK-Leiter Mike Reupke (vorne) hatte die Aktion mit seinen Kolleginnen und Kollegen organisiert.
Betriebsrätin Birgit Haberski
Bernd Osterloh und Daniela Cavallo.
Der Wolfsburger IG Metall-Bevollmächtigte Flavio Benites.
IGM-Verhandlungsführer Thorsten Gröger.
23.03.2021 | VKL

Zahlreiche Betriebsrätinnen und Betriebsräte sowie Vertrauensleute haben mehrere hundert Beschäftige am Dienstag über den Stand der Tarifverhandlungen informiert. Auf dem Parkplatz vor dem Vorstandsgebäude BT 10 im Werk Wolfsburg hatten sich die Kolleginnen und Kollegen versammelt, um ihre kritische Haltung zu den laufenden Gesprächen deutlich zu machen. Während der Versammlung liefen im Gebäude die Verhandlungen zwischen Unternehmen und den Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitnehmer. Mehrere VK-Leiter und IG Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger berichteten den Kolleginnen und Kollegen die jüngsten Entwicklungen.

Während der Aktion legte Volkswagen ein erstes Angebot vor: Im Einzelnen enthält das Angebot des Unternehmens eine Laufzeit von 30 Monaten bis zum 31. Juni 2023, eine Entgelterhöhung von 1,2 Prozent im Jahr 2022 sowie eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro im ersten Halbjahr 2021. Anstelle der leistungsorientierten Vergütung sieht das Angebot eine einheitliche jährliche Sonderzahlung in Höhe von 1.800 Euro für die Tarifbeschäftigten vor. Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh dazu: „Dieses miese ‚Angebot‘ ist eigentlich gar keinen Kommentar wert! Immerhin kam die Arbeitgeberseite diesmal nicht zum vierten Mal mit leeren Händen. Das ist ein erster kleiner Fortschritt. Aber klar bleibt auch: Das, was das Unternehmen ‚Angebot‘ nennt, hat diesen Namen nicht annähernd verdient. Da haben wir noch einen sehr weiten Weg vor uns. Die Stimmung in der Belegschaft ist eindeutig: Statt Reallohnverluste anzubieten, erwarten wir, dass sich das Unternehmen endlich vernünftig mit unseren berechtigten Forderungen auseinandersetzt. Diese Verärgerung werden unsere Kolleginnen und Kollegen jetzt an den Standorten verstärkt sichtbar machen.“

Schon am 2. März hatten sich mehrere tausend VW-Beschäftigte in Wolfsburg und anderen Standorten an einem Warnstreik beteiligt. Auch in den Tagen danach gab es kleinere, dezentrale Aktionen. Die Beschäftigten hatten damit auf ihre Forderungen nach Anhebung der Tarifbezüge um vier Prozent aufmerksam gemacht, sowie auf das nötige Festschreiben von 1.400 Ausbildungsplätzen und weiteren Verbesserungen bei der Wandlung der tariflichen Zusatzvergütung in freie Tage.

An allen Standorten hatten Betriebsratsmitglieder die Kolleginnen und  Kollegen an den Werktoren in den vorgezogenen Feierabend verabschiedet. Auch die BR-Spitze um den Vorsitzenden Bernd Osterloh und Stellvertreterin Daniela Cavallo hatte sich an der Aktion beteiligt.   

Hier erklärt Bernd Osterloh die Forderung.