IG Metall bei Volkswagen: Info-Veranstaltung gegen Rassismus

Volkswagens Stellvertretender Betriebsratsvorsitzende Stephan Wolf.
Rund 250 Vertrauensleute der IG Metall nahmen teil.
Dr. Manfred Grieger aus der Historischen Kommunikation von Volkswagen.
Einwanderung und die Flüchtlingssituation waren Thema.
Safter Çinar, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde Deutschlands.
24.03.2015

Klares Zeichen gegen Rassismus: Die Migrantenvertretung und die Vertrauenskörperleitung der IG Metall im VW-Werk Wolfsburg organisierte anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus eine Infoveranstaltung. Rund 250 Vertrauensleute waren der Einladung gefolgt. Giuseppe Gianchino, Vorsitzender der Migrantenvertretung, begrüßte sie im Saal in Sektor 13 an der Südstraße. Die Themen der Veranstaltung: Einwanderung und Flüchtlingssituation und der Blick in die Geschichte der Migration bei Volkswagen.

„Volkswagen steht für Internationalität, Weltoffenheit und Toleranz. Das Miteinander von Menschen mit verschiedener Herkunft und Nationalität bestimmt unsere Unternehmenskultur“, sagte Stephan Wolf, Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. Von der historischen Aufarbeitung über die Gedenkstättenarbeit bis hin zu Projekten im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz - „Volkswagen hat sich der Geschichte gestellt und Verantwortung übernommen“, so Wolf.

Dr. Manfred Grieger, Leiter der Historischen Kommunikation bei Volkswagen, referierte zur VW-Geschichte. Er sprach über Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und über die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte zu Beginn der 60er Jahren. Diskriminierung habe es auch bei Volkswagen gegeben. „Zum Beispiel gab es bei den so genannten Gastarbeitern noch starke Hierarchisierungen, wer welche Arbeit machen durfte und Benachteiligungen in der Lohneinstufung.“ Mit dem Blick auf heutige Probleme bei Immigration und Ausländerfeindlichkeit sagte Grieger: „Das zeigt: Es ist nach wie vor wichtig und notwendig, dass Einrichtungen wie die Migrantenvertretung an der Gestaltung der solidarischen Gemeinschaft und des gemeinschaftlichen Zusammenlebens arbeiten.“

Immer wieder präsent war auch das Thema der umstrittenen Protestbewegung PEGIDA: „Wir müssen dieses Entwicklung sehr ernst nehmen und im Auge behalten“, sagte Safter Çinar, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde Deutschlands. „Ich habe kein Verständnis für Menschen, die ihre sozialen und beruflichen Probleme mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit äußern.“ Volkswagen dankte er für die gute Zusammenarbeit und lobte die Integrationsarbeit im Konzern.

Menschen aus mehr als 110 Nationen arbeiten im Volkswagen Konzern. Allein in Wolfsburg sind Menschen aus 95 verschiedenen Herkunftsländern beschäftigt.

 

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