IGM übergibt tonnenweise Hilfsgüter für geflüchtete Kinder

11.03.2022

Fast zwei Dutzend Fahrzeuge voll mit Hilfe an der polnisch-ukrainischen Grenze.

Was für ein Beispiel für echte Unterstützung: Am Freitag. den 04. März, fuhren, organisiert durch die Mennoniten-Gemeinde Wolfsburg, insgesamt 18 Kleinbusse und Pkw zur polnisch/ukrainischen Grenze, um Geflüchtete aus der Ukraine nach Deutschland zu transportieren. Der Regenbogenfahrdienst alleine stellte für diesen Zweck acht Kleinbusse und einen Crafter zur Verfügung. So konnten mehrere Tonnen Hilfsgüter über die  Hilfsorganisation „Humanitäre Mission“ vor Ort in die Ukraine gebracht werden. Leider konnten die für den Rücktransport geplanten Geflüchteten nicht nach Wolfsburg gebracht werden, weil die beiden Reisebusse mit rund 100 Hilfesuchenden auf der ukrainischen Seite aufgehalten wurden - und so musste vor Ort umdisponiert werden. Insgesamt 72 Geflüchtete konnten trotzdem spontan mit Hilfe von lokalen Hilfsorganisationen nach Deutschland gebracht werden.

Drei größere Gruppen mit 35 Personen wurden im Gemeindezentrum der Mennoniten untergebracht. Die Familien hatten viele Pflegekinder dabei, weshalb Privatunterkünfte aufgrund der Personenanzahl nicht in Frage kamen. Mit großem ehrenamtlichen Engagement konnten die Flüchtlinge erstmal gut versorgt werden. Die Diakonie, das DRK, das christliche Jugenddorf (CJD) und auch Politik und Behörden der Stadt Wolfsburg unterstützten die Gemeinde mit großem Einsatz.

Daniel Janzen, Vorsitzender der Kirchengemeinde und Betriebsratsreferent, nutzte seine beruflichen Kontakte zu Sebastiano Addamo, Betriebsratskoordinator bei VW, und so kam auch Unterstützung der IG Metall zustande. „Neben den vielen Aktionen für die Geflüchteten, die der Volkswagen-Betriebsrat und die IG Metall auf die Beine gestellt haben, wollten wir den Kindern einfach in der schweren Zeit eine Freude bereiten, und haben in unseren Netzwerken Spielsachen gesammelt und Süßigkeiten organisiert.“ so Addamo. Neben den tollen Spielzeugen führten besonders die Überraschungseier zu leuchtenden Kinderaugen.

Die Familien hatten bereits eine Tortur auf ihrer Flucht hinter sich. Acht Tage waren sie über Moldawien, Rumänien und Polen unterwegs, bevor sie in Chelm (Polen) auf die Flüchtlingshelfer aus Wolfsburg trafen. Eine weitere Großfamilie reiste aus Polen mit eigenem Pkw und der Bahn hinterher nach Wolfsburg und ist jetzt ebenfalls im Gemeindezentrum untergebracht.

Aktuell laufen die Planung für die mittelfristige Unterbringung der vier Großfamilien auf Hochtouren. Hanna und Monique Janzen sowie Simon Heckel leiten die Aktion und baten darum, „dass die Hilfsbereitschaft, Einsatzfreude und das engagierte Netzwerk großes Durchhaltevermögen zeigt. Wir stehen vielleicht erst am Anfang einer Krise, in der wir Menschen, die teilweise fast alles verloren haben, helfen können wieder auf die Beine zu kommen.“ (Text: Hanna Janzen)

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So hilft das Netzwerk:

Als Daniel Janzen die Betriebsräte und Vertrauensleute informiert hat, waren schon viele von uns aktiv. Vertrauensleute, die in Wolfsburg bei mehreren Aktionen unterstützt haben, waren spontan bereit, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen.

Sebastiano Addamo und Achim Thust, beide Mitglieder des Betriebsausschusses, haben ihre Netzwerke aktiviert und die Aktion mit großem Erfolg beworben.

„Auch in dieser schwierigen Zeit beweisen wir, dass Solidarität und Zusammenhalt unsere Stärken sind. Diese Stärke resultiert auch aus der engen, vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem Betriebsrat und der IG Metall Wolfsburg“, sagt Sebastiano Addamo.

Achim Thust ist generell Unterstützer von sozialen Projekten. Ihm ist wichtig, dass niemand abgehängt wird und auf der Strecke bleibt. Denn es darf gerade jetzt keine Verlierer geben.

„Unsere Vertrauensleute beweisen immer wieder, dass wir uns gesellschaftlicher Themen annehmen. Auch wenn wir uns gerade in der heißen Phase der Betriebsratswahl befinden, nehmen wir uns privat die Zeit und unterstützen, wo wir können. Für uns ist „Gemeinsam für ein gutes Leben“ nicht einfach nur eine Floskel, wir leben diese Aussage“, so Luigi Catapano.