Infos, Zahlen, Daten, Fakten: das große Corona-ABC

22.03.2020

Die Corona-Pandemie stürzt Deutschland und Europa in eine historische Krise. Volkswagen erlebt dramatische Tage. Es ist nicht leicht, bei den ganzen Themen den Überblick zu behalten. Eure IG Metall bei Volkswagen hat daher eine ungewöhnliche Form gewählt, um Zahlen, Daten und Fakten rüberzubringen: Das große Corona-ABC. Teilen ist natürlich erwünscht!

A wie Ausgangssperre

So etwas hat es flächendeckend in Deutschland noch nicht gegeben. Daher ist es schwierig, genauer zu sagen, wie so etwas ausgestaltet sein könnte. Die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern regeln eine Art Vorstufe der Ausgangssperre. So heißt es darin: „Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.“ Alle Punkte der neuen Beschlüsse sind hier zusammengefasst.

Lokale und regionale Beispiele gab es bereits in jüngerer Zeit: Im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz, wo die Covid-19-Fälle früh in die Höhe schossen, haben die Behörden das hier verfügt: „Das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund wird untersagt. Ebenso wird das Betreten des Stadtgebiets der Stadt Mitterteich ohne triftigen Grund untersagt.“ Details stehen in dieser sogenannten Allgemeinverfügung (Link zum amtlichen PDF). In Bayern und einigen anderen Bundesländern gelten etwas weniger strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Süddeutsche Zeitung hat Details zusammengefasst. In Sachsen ist es ab Montag untersagt, die eigenen vier Wände ohne triftigen Grund zu verlassen. Fest steht, dass der Staat mit einem solchen Vorgaben ins Grundgesetz eingreift, etwa bei Artikel 11 und 2.

B wie Börse

Hier zeigt sich dramatisch, wie die Corona-Krise an den globalen Finanzmärkten Werte in den Keller drückt. Die Volkswagen-Vorzugsaktie hat in den vergangenen vier Wochen rund die Hälfte ihres Wertes verloren. Nicht ganz so stark sackte im selben Zeitraum der Dax ab, der die 30 größten börsengehandelten Konzerne in Deutschland abbildet. Insgesamt traf es die Autobauer weltweit besonders schwer.

C wie Coronavirus und COVID-19

Coronaviren bezeichnen eine ganze Familie an Viren. Das Coronavirus, um das es aktuell geht, heißt Coronavirus Sars-CoV-2 („Severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“) und war vorher unbekannt. Dieses neuartige Virus löst die neuartige Atemwegserkrankung COVID-19 aus. Corona heißt übrigens so viel wie Krone oder Kranz. Das spielt auf die Oberflächenstruktur des Virus (siehe Buchstabe V) an.

D wie Distanz

Ist in diesen Tagen äußerst wichtig. Die Experten empfehlen: „Halten Sie einen Abstand von 1 bis 2 Metern zu anderen Menschen und verzichten Sie auf persönliche Berührungen.“ Das RKI (siehe Buchstabe R) hat Details hier zusammengefasst.

E wie Einschränkungen

Überall, wohin man auch blickt … Das ist aber alternativlos. Die Gründe dafür sind beispielsweise auf dieser Seite des Bundesgesundheitsministeriums zusammengefasst.

F wie Fake-News

Bernd Osterloh hat dazu vor kurzem der „Brauschweiger Zeitung“ gesagt: „Die sozialen Medien haben

viel mit der Stimmung der Menschen und dem Umgang der Bevölkerung mit dem Corona-Thema zu tun. Sie schüren massiv Unsicherheit.“ Eine der wichtigsten Regeln, um Nachrichten zu überprüfen, lautet: Wie transparent ist die Quelle? Gibt es für eine Behauptung zum Beispiel einen Link auf eine offizielle Seite? Ist die Aussage irgendwo in seriösen Medien dokumentiert und eingeordnet? Die Zeitung „Die Zeit“ hat neun Tipps für den Umgang mit Fake-News zusammengetragen.

G wie Gesundheit

Die ist ja bekanntlich das Wichtigste. Bei jedem Geburtstagswunsch betonen wir das. Die Corona-Krise führt uns vor Augen, dass es tatsächlich so ist. Oft hat das „Bleib gesund“ in diesen Tagen schon das „Auf Wiedersehen“ oder „Tschüss“ abgelöst.

H wie Hygiene

Einer der wichtigsten Hebel im Kampf gegen COVID-19 (siehe Buchstabe C). Tipps gibt es hier. Dort steht auch ein gutes Fragen und Antworten – wisst Ihr zum Beispiel, welche Rolle die Wassertemperatur beim Händewaschen spielt?

I wie Italien

Ist laut der Weltgesundheitsorganisation WHO inzwischen das Epizentrum der Pandemie (siehe Buchstabe P). Einen Überblick der Lage gibt es im „Situation Dashboard“ der WHO, das die Lage visualisiert (auf Englisch).

J wie Jugendliche

Sind laut Statistik kaum betroffen von COVID-19 (siehe Buchstabe C), können das Virus aber natürlich trotzdem übertragen. Im Coronavirus-Steckbrief heißt es mit Blick auf China, wo das Virus seinen Lauf nahm und die Statistik schon ausführlicher ist: „Das mittlere (mediane) Alter unter den chinesischen Erkrankten liegt bei 51 Jahren und rund 78 % der Fälle sind zwischen 30 und 69 Jahren alt. Die unter 20-Jährigen sind mit 2,4 % kaum betroffen.“ Ähnlich scheint es in Deutschland zu laufen: Für die 5- bis 14-Jährigen nennt das RKI (siehe Buchstabe R) einen Wert von 2,4 Prozent der Betroffenen.

K wie Kurzarbeit

Ist auch eine Folge der Corona-Krise. An den VW-Standorten steht in der Produktion Kurzarbeit an, weil die Aufträge einbrechen und die Teileversorgung gestört ist. Beide Gründe – Nachfrageeinbrüche und Versorgungsprobleme – sind mögliche Gründe für Kurzarbeit. Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus ist es hingegen nicht. Infos zum Kurzarbeitergeld stehen hier. In der Volkswagen AG haben Betriebsrat und IG Metall durchgesetzt, dass es trotz Kurzarbeit keinen Ausfall beim Nettoentgelt gibt. Ohne solche Regelungen fehlt in Kurzarbeit rund ein Drittel des Einkommens. Mehr zum Umgang mit der Kurzarbeit bei VW gibt es hier in diesem PDF: (Link, funktioniert nur im VW-Netz).

L wie Lebensgefahr

Fakt ist: Die besteht bei COVID-19 auf jeden Fall. Wer das bestreitet, kann gleich mal zu Buchstabe F wechseln. Wie hoch die Lebensgefahr ist, lässt sich aber (noch nicht) mit Bestimmtheit sagen. Sie hängt stark vom Verlauf der Krankheit ab und davon, ob der Patient zu einer der Risikogruppen zählt, also beispielsweise alt und schwach ist oder vorerkrankt. Die Fachleute vom RKI schreiben zur Lebensgefahr das hier: „Eine aktuelle Studie schätzt einen Fall-Verstorbenen-Anteil von 5 % in der Provinz Hubei und 0,8 % für China (ohne Hubei).“ Eine andere Forschergruppe, auf die sich das RKI bezieht, beschreibt „den Fall-Verstorbenen-Anteil in einer Patientengruppe von 1.099 Personen (…) auf 8,1 % (14 / 173) unter schweren Erkrankungen (Beatmung oder Sepsis) und 0,1 % (1 / 926) bei leichten Erkrankungen (gesamt 1,4 %).“

M wie Medikament

Gibt es nicht. Da ist ja das ganze Drama: Es ist einfach noch kein Kraut gewachsen gegen COVID-19. Fachleute nennen das dann so: „Impfung; spezifische Medikation: nicht verfügbar.“ Es wird zwar international mit Hochdruck an einer möglichen Arznei und an einem möglichen Impfstoff geforscht, einen Durchbruch gab es aber noch nicht. Hoffnungsvoll stimmen darf einen der Umstand, dass es einige vielversprechende Ansätze gibt, bereits bestehende Medikamente einzusetzen. Doch Vorsicht: Gerade M wie Medikament hat in diesen Tagen oft eine große Nähe zu F wie Fake-News.

N wie Nachfrageeinbruch

Wer kauft in diesen Tagen noch ein Auto? Genau: praktisch niemand mehr. Die Autohäuser sind ja ohnehin geschlossen. Die Absatzzahlen für März und April werden in Europa dramatisch einbrechen.

O wie Oberfläche

Vieles zum neuartigen Coronavirus und COVID-19 ist noch nicht genug erforscht. Fest steht aber: Das Coronavirus lauert nicht auf Oberflächen, um einen von dort aus gewissermaßen anzuspringen. Der Hauptübertragungsweg in der Bevölkerung ist die sogenannte Tröpfcheninfektion. Also: Husten, Niesen, feuchte Aussprache. Daher ist das Gebot der Stunde: Abstand halten (siehe auch Buchstabe D). Wenn jemand in Eurem Umfeld nun niest oder hustet (das sollte ins Taschentuch oder die Armbeuge geschehen), ist das aber kein Grund, in Panik zu geraten. Denn nach allem, was die Forscherinnen und Forscher bisher wissen, wabert das Virus nicht länger durch die Luft. Die denkbare Übertragung durch sogenannte Aerosole, also über feinsten Nebel aus Tröpfchenkernen, hat „keine Evidenz“, wie es wissenschaftlich heißt. Es finden sich also keine Belege dafür, ganz anders als bei der Tröpfchenübertragung. Details stehen hier unter Ziffer 1. Die Frage, wie lange das Virus auf Oberflächen überlebt, ist noch nicht genug erforscht. Details stehen hier unter Ziffer 21.

P wie Pandemie

Eine Epidemie bezeichnet die örtlich beschränkte Ausbreitung einer Krankheit. So war es mit dem Coronavirus anfangs in China. Inzwischen ist aus dieser Epidemie eine Pandemie geworden. Denn das bezeichnet die länder- und kontinentübergreifende Übertragung.

Q wie Quarantäne

Das bezeichnet die vorübergehende Isolierung von Personen, die eine ansteckende Krankheit übertragen könnten. Details dazu im Zusammenhang mit COVID-19 stehen in diesem Flugblatt.

R wie RKI

Das Robert Koch Institut (RKI) ist ein Bundesinstitut. Es untersteht dem Bundesministerium für Gesundheit. Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -vorbeugung und damit auch die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der praxisorientierten biomedizinischen Forschung. Die Kernaufgaben des RKI sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten. Wen die wissenschaftlichen Details interessieren, der findet einen ersten Überblick in diesem Faltblatt. Das RKI hat einen äußerst informativen Steckbrief zum Coronavirus erstellt.

S wie Schulen

Sind dicht, so wie die Kindergärten auch. Es gibt eine Notbetreuung, die aber nicht alle Eltern nutzen können. Bei Volkswagen haben Betriebsrat und Unternehmen daher Sonderregelungen auf den Weg gebracht. Mehr dazu in diesem PDF (abrufbar nur im VW-Netz).

T wie Toilettenpapier

Ist durch Hamsterkäufe vielerorts knapp in den Supermärkten – und steht in diesen Tagen daher verstärkt im Fokus. Gerade in den Sozialen Medien türmen sich die witzigen Bilder rund ums Papier. Übrigens: Wer glaubt, Klopapier sei quasi zu Ende ausgetüftelt, der kann sich ja mal diese Innovation anschauen. Und wer mal mit Fachwissen prahlen will: Das weltweit erste dreilagige Papier hat nach eigenen Angaben der deutsche Hersteller Hakle 1972 auf den Markt gebracht.

U wie Ungewissheit

Ja, die ist groß in diesen Tagen. Es hilft nur der korrekte Umgang mit dem Thema, siehe zum Beispiel Buchstabe H und D, gerne auch F.

V wie Virus

Ein Virus (es heißt übrigens das Virus, der Virus ist laut Duden aber auch okay) ist in etwa so klein wie ein Tausendstel von einem menschlichen Haar. Es handelt sich also um Kleinstpartikel, die selber nicht aus Zellen bestehen. Viren (so die Mehrzahl) brauchen eine Zelle, um sich zu vermehren. Dafür haben sie gewissermaßen kleine Schlüssel an ihrer Oberfläche, mit denen sie eine Zelle aufschließen, so hineingelangen und dort dann das Kommando übernehmen. Die Wirtszelle vervielfacht dann das Virus. Viren gelten nicht als Lebewesen, sie haben keinen eigenen Stoffwechsel. Woher Viren in der Evolution kommen, ist unklar. Anders als Bakterien können Viren nicht mit Antibiotika bekämpft werden.

W wie Wuhan

Ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei. In der Innenstadt Wuhans leben fast 10 Millionen Menschen. In Wuhan nahm das neuartige Coronavirus seinen Lauf. Wie das genau geschah und woher genau das Virus kommt, ist noch nicht klar.

X wie InternalX

Damit gelingt auch aus dem Home-Office die Verbindung in die Volkswagen-Welt, wenn ein Dienstlaptop vorhanden und InternalX installiert ist. Die IT hat in den vergangenen Tagen einen Top-Job gemacht, um die Infrastruktur auf den bisher ungewohnten Ansturm vorzubereiten. Mehr zum Arbeiten von zu Hause aus hier in diesem PDF (abrufbar nur im VW-Netz).

Y wie YouTube

Für diesen Buchstaben haben wir lange überlegt. Fällt Euch etwas Besseres ein? Dann schreibt es in die Kommentare. Aber zurück zu YouTube: Wer kleine Kinder betreut, weiß YouTube in diesen Tagen besonders zu schätzen. Denn neben der einen oder anderen Kinderserie gibt es dort auch herrliche Tutorials für kreative Ideen zum Spielen und Basteln zu Hause. Übrigens: Auch für Dinge mit Toilettenpapierrollen, siehe Buchstabe T.

Z wie Zusammenhalt

Die Volkswagen-Familie hat schon viele Krisen durchgestanden. In den 90er Jahren rettete die Vier-Tage-Woche 30.000 Arbeitsplätze, später tobte der Kampf ums VW-Gesetz, die Übernahmeschlacht mit Porsche, dann kam Dieselgate. Jetzt überwinden wir auch die Corona-Krise! Wenn wir so wie bisher zusammenhalten.

Hier gibt es den obigen Artikel als PDF.