Klare Verhältnisse im VW-Land: IG Metall holt deutlich über 90 Prozent aller Betriebsratsmandate

24.03.2022

Wahlergebnisse an den deutschen VW-Standorten sprechen allesamt eine deutliche Sprache

Wolfsburg - Die IG Metall ist aus der jüngsten Betriebsratswahl an allen deutschen Volkswagen-Standorten eindeutig als Siegerin hervorgegangen. Laut den Wahlergebnissen vertrauen die Belegschaften ausnahmslos mit überwältigender Mehrheit auf die erfolgreiche Arbeit der IG Metall-Betriebsratsmitglieder. Von insgesamt 377 Betriebsratsmandaten holten die Kandidierenden der Gewerkschaft 349, was prozentual ausgedrückt rund 93 Prozent entspricht.

Insgesamt nur 28 Sitze oder umgerechnet lediglich rund 7 Prozent entfallen auf die Vertreterinnen und Vertreter aller anderen Listen zusammengerechnet. Diese Analyse ergibt sich aus einer Zusammenstellung der IG Metall für die einzelnen VW-Standorte. Mit der Detailbetrachtung wird klar: Gerade auch in bewegten Zeiten, wie sie die Automobilindustrie aktuell durchlebt, vertrauen die Beschäftigten der IG Metall als Anwalt und Treiber für eine sozialverträgliche Transformation der Branche, mit der zukunftsfähig Arbeitsplätze am Industriestandort Deutschland gehalten werden.

Aufgerufen zur Wahl waren Zehntausende Beschäftigte. Sie wählten ihre Belegschaftsvertretung in den sechs westdeutschen Werken der Volkswagen AG (Braunschweig, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter und Wolfsburg), den Gemeinsamen Betriebsrat der Volkswagen Financial Services AG und Volkswagen Bank GmbH (Braunschweig) sowie bei der Volkswagen Osnabrück GmbH. Außerdem gab es Betriebsratswahlen an den drei ostdeutschen Standorten der Volkswagen Sachsen GmbH: Chemnitz, Dresden und Zwickau.

Die Sitzverteilung für die aktuelle Wahlperiode lautet im Einzelnen wie folgt (jeweils IG Metall gegenüber allen anderen Listen):

  • Braunschweig_________   33:2
  • Chemnitz_____________   14:3
  • Dresden*_____________   9
  • Emden_______________   35:2
  • Hannover_____________   36:3
  • Kassel_______________   38:3
  • Osnabrück*___________   21
  • Salzgitter_____________   32:3
  • Wolfsburg____________   66:7
  • Zwickau:_____________   35:2
  • VW Financial Services
    und VW Bank GmbH___   30:3

(*Persönlichkeits- statt Listenwahl)

Die aktuelle Wahlperiode läuft wie üblich vier Jahre von 2022 bis 2026. An den Standorten konstituieren sich die Belegschaftsvertretungen nun in den nächsten Tagen und Wochen oder haben das bereits getan. Im Stammwerk in Wolfsburg ist die Konstituierung für die Zeit nach Ostern geplant. Hier hielt die IG Metall mit ihrem Spitzenduo Daniela Cavallo und Gerardo Scarpino das Wahlergebnis mit 85 Prozent konstant, obwohl die Zahl der konkurrierenden Wahlvorschläge von drei auf sieben in die Höhe geschnellt war. Die IG Metall-Fraktion fuhr mit dem Wahlergebnis erneut 66 Sitze ein, wobei sich der Betriebsrat insgesamt von 75 auf 73 Mandate verkleinert hatte. Damit schrumpft die Mandatszahl der anderen Listen von 9 bei der Wahl 2018 auf aktuell 7.

Auch das nächste Wahlgroßereignis steht übrigens schon bevor: Ende April bestimmt die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat der Volkswagen AG ihre Vertreterinnen und Vertreter für die nächsten fünf Jahre. Es handelt sich dabei um eine Delegiertenwahl. Die Liste dafür hatte die Gewerkschaft bereits im Mai vergangenen Jahres aufgestellt. Zu vergeben für die zehn Sitze auf Arbeitnehmerseite sind wie gewohnt drei gewerkschaftliche Mandate sowie sieben betriebliche Mandate, wovon eines auf die Leitenden Angestellten entfällt. Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, und die Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo führen die Wahlliste gemeinsam an.