Osterloh: „Transformation gelingt nur mit den Belegschaften“

Bernd Osterloh sprach in Helmstedt zum 1. Mai
Mehrere hundert Zuhörerinnen und Zuhörer waren gekommen.
Osterloh: IG Metall schützt die Beschäftigten in der Transformation.
Der Helmstedter DGB-Vorsitzende Michael Franke
01.05.2019

Die immer stärkere Digitalisierung der Industrie darf nach Ansicht des VW-Betriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh nicht zu pauschalen Stellenkürzungen in den Betrieben führen.

„Die Transformation kann nur zusammen mit den Belegschaften gelingen. Darum müssen die Unternehmen mehr in Aus- und Weiterbildung investieren, damit die Kolleginnen und  Kollegen diesen Weg mitgehen können“, sagte Osterloh am 1. Mai in Helmstedt.

 Der VW-Betriebsratsvorsitzende machte vor mehreren hundert Zuhörerinnen und Zuhörern klar, dass Personalanpassungen nur sozialverträglich stattfinden dürfen: „Betriebsräte und IG Metall sehen genau hin, wie die Industrie diese großen Herausforderungen umsetzt. Wenn Vorstände diese Veränderungen zu einem planlosen Personalabbau missbrauchen wollen, müssen sie mit dem entschlossenen Widerstand von uns Metallerinnen und Metallern rechnen.“

 Osterloh erinnerte daran, dass die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer auf die Rente zugehen und es so eine gute Chance zu sozialverträglichen Lösungen gebe.         

 Zur aktuellen Situation bei Volkswagen sagte der Betriebsratsvorsitzende: „Für uns gilt ganz klar: Eine Stelle fällt nur weg, wenn auch die Arbeit wegfällt. Das Unternehmen muss nachweisen, dass tatsächlich die bisherige Tätigkeit entfällt, damit ein Arbeitsplatz nicht wiederbesetzt wird. Solange das nicht der Fall ist, wird jede Stelle nachbesetzt, sonst gibt es von uns keine Mehrarbeit mehr genehmigt.“

 

Osterloh äußerte sich in der Mairede auch zu Europawahl am 26. Mai: „Für uns als Beschäftigte bedeutete Europa in den vergangenen 70 Jahren Frieden, Wachstum und Wohlstand. Dieses Wachstum und dieser Wohlstand setzten jedoch leistungsfähige Industrien voraus.“

 

„Die Industrie in Europa muss wieder zu einem Motor für positiven sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Wandel werden“, sagte er.

 

In diesem Zusammenhang fordert Osterloh erneut die Unterstützung der Europäischen Kommission und der Bundesregierung beim Bau einer Zellfertigung im VW-Werk Salzgitter. „Denn sonst bekommen wir dort ein Beschäftigungsproblem, für das bisher keiner eine andere Lösung kennt“, sagte der Vorsitzende des Konzern- und Gesamtbetriebsrats von Volkswagen.