Osterloh und Cavallo geben Pressekonferenz zum Jahresauftakt

24.01.2020

Konjunktur, E-Mobilität, Tarifrunde, Softwarekompetenz: Die BR-Spitze hat sich zu aktuellen Themen geäußert.

Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh und seine Stellvertreterin Daniela Cavallo haben mit rund 30 Journalistinnen und Journalisten aus ganz Deutschland über die aktuelle Lage von Volkswagen und der gesamten Autoindustrie gesprochen. Dabei setzten sie sich für eine europaweite Quote zum Aufbau von Ladestationen für Elektroautos ein. „Ich erwarte mir schon von der Europäischen Union, dass man für die einzelnen Länder (...) eine Verpflichtung zum Aufbau so einer Infrastruktur mit einer Quote vorgibt“, sagte Bernd Osterloh. Nur wenn es genügend Ladestellen gebe, würden die Kunden E-Autos kaufen.

Osterloh verwies auf eine aktuelle Umfrage, wonach vor allem zwei Sorgen die Kunden vom Kauf eines E-Autos abhalten: Die Haltbarkeit der Batterie und die ungeklärte Reichweite. Osterloh machte aber klar, dass die Verantwortung für mehr Ladestationen nicht bei den Autoherstellern liegt.

51 Prozent der Kunden in Deutschland haben laut einer Studie der Managementberatung McKinsey bei ihrem jüngsten Autokauf ein Elektroauto ernsthaft in Erwägung gezogen – doch nur 3 Prozent haben sich dann auch für ein solches Fahrzeug entschieden.

Für mehr als ein Drittel dieser Kunden (36 Prozent) waren die Unsicherheit über Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Batterie sowie fehlenden Lademöglichkeiten das Hauptargument gegen den Kauf eines Stromautos.

Osterloh und Daniela Cavallo haben diese Fragen auch bei Treffen mit vielen Europapolitikern in Brüssel angesprochen. Bei diesen Gesprächen ging es auch darum, wie der Staat Zulieferbetrieben helfen kann, die im Zuge der Transformation der Branche hin zur E-Mobilität nicht mitkommen. „Was soll aus einer Firma werden, die Autotanks herstellt?“, fragte Osterloh. Er sagte aber auch, staatliche Hilfen dürften nicht zur Abwicklung von Betrieben gezahlt werden.

Daniela Cavallo informierte die Journalistinnen und Journalisten über die aktuelle Lage bei VW. Sie sprach über die Batteriezellfertigung in Salzgitter, wo nach langem Druck des Betriebsrats neue Arbeitsplätze an einem Standort entstehen, in dem Arbeitsplätze in der Motorenfertigung entfallen werden. „Das kann aber nur der Anfang sein“, sagte sie. „Wir werden uns für weitere Batteriefertigungen nahe an Standorten der E-Mobilität stark machen.“

Sie informierte die Medien außerdem über den Aufbau der so genannten Carsoftware.org, in der bis zu 10.000 IT-Experten und Programmierer in Zukunft ein Betriebssystem für die VW-Fahrzeuge erstellen sollen. „Wir wollen in der neuen Organisation die Kompetenzen konzernweit bündeln“, sagte sie.

Eine längere Zusammenfassung der Pressekonferenz findet Ihr hier, eine Übersicht zu weiteren Links steht hier.