Stammwerk wächst um Trinity-Fertigung in Warmenau

Die Silhouette der Trinity-Limousine.
04.03.2022

Aufsichtsrat gibt Grünes Licht - mehr als 2 Milliarden Euro Investition

Die Entscheidung ist gefallen: Das VW-Stammwerk wächst ab 2023 an seiner Nordseite um eine neue Fabrik. Nahe dem Dorf Warmenau zieht VW für mehr als 2 Milliarden Euro eine der modernsten Autofabriken der Welt hoch. Damit wird Wolfsburg zum Mittelpunkt der Transformation des ganzen Unternehmens: Die neue Fabrik wird ab 2026 das konzernweit erste Volumenmodell („Trinity“) auf der künftigen Skalen-Plattform SSP produzieren. Auf dieser Basis setzen über Laufzeit mehr als 40 Millionen Fahrzeuge auf. Teile des bisherigen Stammwerks am Mittellandkanal werden nach dem Trinity-Vorbild umgebaut.

Der Aufsichtsrat gab dem Vorhaben jetzt Grünes Licht. Nach der Tesla-Investition in Grünheide und den Neubauten der Hersteller Porsche und BMW in Ostdeutschland entsteht mit dem Trinity-Werk die seit vielen Jahren erste neue Automobilfabrik hierzulande.

Ende 2021 war bereits die Grundsatzentscheidung für eine Trinity-Fertigung gefallen – Art der Fabrik und Standort unterlagen aber dem Vorbehalt ausführlicher Prüfungen. Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo hatte sich dazu jüngst positioniert und gefordert, dass die Trinity-Fertigung ins oder ans Stammwerk gehöre. Die Eckdaten: Mehr als 2 Milliarden Euro Investition; Standort Warmenau in direkter Nähe zu den bisherigen Grenzen des Stammwerks; Baubeginn im Frühjahr 2023; Produktionsstart 2026 mit „Trinity“ – dem Leuchtturm-Modell und der SSP-Premiere im Volumensegment mit neuen Maßstäben für optimales Laden, Digitalisierung, automatisiertes Fahren und innovative Fertigung (Ziel: 10 Stunden pro Fahrzeug).

Trinity-Fabrik als Vorbild für alle Werke

So wird die Trinity-Fabrik Vorbild für den Umbau des bisherigen Stammwerks mit seinen vier Montagelinien – sowie nach und nach für alle weiteren fahrzeugbauenden Werke. Daniela Cavallo sagt: „Die heutige Entscheidung ist eine historische Weichenstellung für Wolfsburg. Die Wurzel unseres Unternehmens bleibt das Kraftzentrum des Konzerns und gewinnt weiter an Bedeutung: Die Produktentstehung im künftigen Campus Sandkamp wird SSP zur Serie bringen. Nebenan wird die Trinity-Fabrik zur Blaupause für den bisherigen Teil des Stammwerks und für VW insgesamt. Verabredet ist außerdem, dass wir rund um Trinity hier in Wolfsburg die Felder Batterie, Laden und Digitalisierung ausbauen. Das alles sichert Beschäftigung und gestaltet Transformation in Wolfsburg aus einem Guss.“ Cavallo hat zudem folgende Erwartung: Neben der strategischen Weiterentwicklung des Standortes müsse zum Bau der Fabrik auch dazugehören, alle Interessengruppen einzubinden. Anwohner:innen, Lokalpolitik und Naturschutz seien nur einige Beispiele. „VW wird bei Trinity eine Vorbildfunktion auch in Puncto Dialogfähigkeit einnehmen. Ganz Deutschland schaut auf unser Großprojekt.“