VW-Vertrauensleute der IG Metall spenden Tablets an alte Leute in Wolfsburger Heim

Jan Mosel gibt Bewohner Helmut Otto ein Tablet.
v.l.: Jacqueline Otto, Roland Motuzas, Jan Mosel, Nadine Florentin, Heinz-Joachim Thust
Heimleiterin Nadine Florentin
14.05.2020 | Bereich 4

Die Corona-Krise triff alte Frauen und Männer gleich mehrfach: Sie sind besonders gefährdet und zusätzlich gelten für Alten- und Pflegeheime besonders strenge Besuchsvorschriften. Als Ergebnis sind die Bewohnerinnen und Bewohner dann oft von Kontakten zur Familie oder zum Freundeskreis abgeschnitten. Eine Gruppe von IG Metall- Vertrauensleuten aus dem Vertrieb um Jan Mosel und Jacqueline Springer wollen das ändern: Im ersten Schritt übergaben sie jetzt drei Tablet-Computer als Spende an das Wolfsburger St. Elisabeth-Heim der Diakonie.

„Der Kontakt zu anderen Menschen ist für uns alle durch nichts zu ersetzen. Wir wollen darum mit den Tablets einen Beitrag dazu leisten, dass die Bewohnerinnen und Bewohner von St. Elisabeth wieder mit ihren Töchtern, Söhnen, Enkelkindern und allen anderen sprechen können. Nur eben über das Internet.“

Die Geräte samt Sim-Karten und Startguthaben hat Mosel mit dem Ertrag aus einer Spendensammlung unter Vertrauensleuten gekauft: Mehr als 30 Kolleginnen und Kollegen haben über 600 Euro zusammengetragen. „Ehrlich gesagt, hat uns das selbst überrascht“, sagt Mosel, der in der Vertriebssteuerung arbeitet.

Im Seniorenzentrum St. Elisabeth war die Freude über die Geräte groß: „Bei uns gehört die Videotelefonie seit ein paar Wochen zum Heimalltag. Für die Bewohnenden ist das zu einer der Hauptmöglichkeiten geworden, um Kontakt mit ihren Angehörigen zu pflegen. Jetzt können wir noch mehr Gespräche ermöglichen“, sagte Heimleiterin Nadine Florentin. Je Stockwerk soll eines der Tablets ausgelegt werden.

Der zuständige Betriebsratskoordinator Heinz-Joachim Thust und Betriebsrat Roland Motuzas loben die Aktion: „Werk und Stadt lassen sich nach dem Verständnis des Betriebsrates nicht trennen. Ich finde es darum gut, dass die Vertrauensleute sich um alte Wolfsburgerinnen und Wolfsburger kümmern, die es gerade jetzt sowieso schon schwer haben.“