Wolfburger Metaller unterstützen Conti-Kollegen

Die Kolleginnen und Kollegen aus Wolfsburg.
30.09.2020 | VKL

Rund 2000 Arbeitnehmer und Gewerkschafter haben gegen den angekündigten Stellenabbau beim Automobilzulieferer Continental in Hannover protestiert. Anlass für die Demonstration war die Aufsichtsratssitzung des Unternehmens. Auch Kolleginnen und Kollegen der IG Metall Wolfsburg waren nach Hannover gefahren, um die Conti-Beschäftigten in ihrem Kampf um die Arbeitsplätze zu unterstützen.

Conti will weltweit 30 000 Stellen infrage stellen, davon 13 000 in Deutschland. Zwar werden Mitarbeiter dabei auch weiterqualifiziert, parallel jedoch ebenso Stellen gestrichen oder verlagert.

Beschäftigte, Aufsichtsrat und IG Metall fordern dagegen eine echte Geschäftsstrategie sowie Zukunftsbilder für die einzelnen Standorte, statt stumpfes Sparen, erklärt IG Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger: „Gier ist das Credo der Arbeitgeber bei Conti, die mit Massenentlassungen, Verlagerungen und Standortschließungen aufwarten. Wir fordern: Menschen vor Profiten! Gemeinsam kämpfen wir für die Arbeitsplätze an allen Standorten. Das goldene Kalb – der Börsenkurs – darf nicht der Maßstab für alles sein. Andere Konzerne machen es in Zeiten von Krisen mit ihren Geschäftsstrategien vor, denn es geht auch anders."

Aktuell planen die Continental-Bosse bereits, mehrere Standorte zu schließen: Karben bis Ende 2024, in Nürnberg den Automotiv-Standort bis Ende 2022 und den Vitesco Standort Mühlhausen bis Ende 2022.

Während andere große Zulieferer in der Lage waren, Kompromisse zu vereinbaren und mittelfristig Beschäftigungssicherung zu garantieren, plant Continental den großen Kahlschlag ­ und das nachdem der Konzern zehn Jahre lang eine ordentliche Rendite eingefahren hat. Es ist anzunehmen, dass das Continental-Management sich durch das Sparprogramm einen Wettbewerbsvorteil am Markt und Kapitalmarkt verschaffen möchte.

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall und Aufsichtsratsmitglied bei Conti, kritisiert das Vorgehen des Vorstands deutlich: „Werke wie Zitronen ausquetschen und dann das Licht ausschalten, wenn die Marge nicht mehr stimmt, ist fantasielos. Wir finden das Verhalten von Continental verantwortungslos.“ Deshalb wird die Gewerkschaft eine echte Geschäftsstrategie im Aufsichtsrat einfordern. Christiane Benner kritisierte zudem, dass an einigen Standorten bereits Gespräche über eine Perspektive begonnen hätten und der Vorstand aber trotzdem auf Stellenabbau setze. „Wir brauchen jetzt eine Führung, die Krise kann und keine Sonnenkönige.“

Hasan Allak, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Continental AG, hat gemeinsam mit der IG Metall und IG BCE eine Petition ins Leben gerufen. In dieser schreibt er: „Für uns, die Betriebsräte von Continental und Vitesco Technologies und die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE, stehen Arbeitsplatzsicherung und verlässliche Perspektiven für alle Beschäftigten unverändert an erster Stelle!“ Die Petition fordert den Continentalvorstand explizit dazu auf,

  • alle verfügbaren arbeitsmarktpolitischen Mittel auszuschöpfen 
  • die tariflichen Möglichkeiten ausgewogen zu nutzen
  • gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite Lösungen zu finden, die vom Gedanken der Verbundenheit und fairen Lastenverteilung geprägt sind und Perspektiven bieten.

Die Petition und damit die Beschäftigten kannst du mit deiner Unterschrift unterstützen. Hier geht es zur Petition.