Zweite Verhandlungsrunde bei VW ohne Ergebnis: „Völlig unzureichend“ – „mickrig“ – „eine Frechheit“

Verhandlungsführer Hartmut Meine stellt sich den Journalisten
12.02.2015

Auch die zweite Tarifverhandlung für die rund 115.000 Beschäftigten der Volkswagen AG und der Financial Services ist ohne Ergebnis vertagt worden. Volkswagen hat zwar ein erstes Angebot vorgelegt, aus Sicht der IG Metall ist es aber „völlig unzureichend“, „mickrig“ und eher „eine Frechheit“. Im März soll weiterverhandelt werden.

VW-Personalchef Martin Rosik hatte 2,2 Prozent Plus beim Entgelt nach zwei Nullmonaten ohne eine Erhöhung angeboten. Sein Vorschlag ist damit identisch mit dem ersten Angebot der Arbeitgeber im aktuellen Flächentarifkonflikt der Metallindustrie. Für die Jahre 2015 und 2016 bot Volkswagen jeweils 1.400 Ausbildungsplätze an. Im ersten Halbjahr sollen mit der IG Metall Gespräche über die „Zukunft der Arbeit“ aufgenommen werden.

Die Kommentare der IG Metall zum Tarifangebot fielen drastisch aus: Hartmut Meine, IG Metall-Verhandlungsführer und Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, übte deutliche Kritik am Verhalten von Volkswagen: „Volkswagen hat den Verzögerungsmodus gewählt, um sich hinter der Fläche zu verstecken. Wenn sich Volkswagen derart stark an der Fläche orientiert, muss auch die Laufzeit identisch sein und nicht zwei Monate versetzt. Ein mickriges Angebot der Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie abzukupfern,“ so Meine weiter, „ist einem Branchenprimus unwürdig. Da das Management von Volkswagen der Ansicht ist, erst nach einem möglichen Kompromiss in der Fläche hinter der Fichte hervorkommen zu müssen wird das Unternehmen mit den Beschäftigten richtig Ärger bekommen. Ich bin mir sicher, dass die Volkswagen-Beschäftigten eine deutlich Antwort geben können.“

Volkswagens Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh sagte: „Dieses Angebot ist kein Angebot, sondern eine Frechheit. Volkswagen versteckt sich hinter den Arbeitgebern der Fläche. Die Marke VW verdient in Westeuropa und auf dem deutschen Markt gutes Geld, das unsere Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Einsatz und vor allem unzähligen Sonderschichten erwirtschaftet haben. Was wir hier als Scheinangebot vorgelegt bekommen haben, ist den Beschäftigten gegenüber respektlos. Ich kann den Vorstand nur auffordern, den Verhandlungsführer Rosik nicht noch mal mit leeren Händen zu schicken. Diese Belegschaft kann nämlich nicht nur arbeiten. Wenn es darauf ankommt, dann kann sie auch für gerechte Entlohnung kämpfen"

Die IG Metall fordert in der Tarifverhandlungen bei Volkswagen 5,5 Prozent mehr Geld, 1400 Ausbildungsplätze und einen „Zukunftsplan Gute Arbeit“.