Uniform vor der Nase

Vorstellung der Aktion an Tor Ost: Betriebsrat Frank Paetzold (ganz links) findet es top.
Nicole Gehring mit einem Hemd, aus dem erst eine Maske ausgeschnitten wurde.
Kristina Loos trägt beim Foto eine rote Maske der IG Metall-Vertrauensleute.
Meister Alexander Kabus hat eine Maske mit Logo bekommen.
14.05.2020

Preisfrage: Wie viele Masken kann man aus einem Uniformhemd schneidern? Antwort von Nicole Gehring von der Werkssicherheit und Kristina Loos aus der Kunststofffertigung, beide Vertrauensfrauen der IG Metall: „Langarm oder Kurzarm? Bei Langarm sind es 13 Stück." Das wissen beide so genau, weil sie zusammen mit einer weiteren Kollegin fast 20 ausgemusterte Uniformhemden umgearbeitet haben.

Als die Coronakrise im März voll losging, fehlten an allen Stellen Masken, auch bei der Werksicherheit. Nicole Gehring bat daraufhin ihre Freundin Kristina Loos, eine Maske herzustellen. Es blieb aber nicht bei der einen Maske, es kamen Anfragen von Einrichtungen und Privatpersonen. Ein Aufruf in den sozialen Medien Spenden von Stoff und Gummibändern kam gut an, aber auch diese Stoffe waren schnell vernäht. Kristina Loos sprach dann die IG Metall-Vertrauenskörperleitung an, die schnell reagierte und mit der IG Metall-Geschäftsstelle das nötige Material zusammenstellte.

Auch die Kollegeninnen und Kollegen von Nicole Gehring im Werkschutz haben die Aktion bemerkt und kamen auf die Idee, aus überschüssigen Uniformhemden Masken zu nähen. Dank der Werksicherheit, die ausgemusterte originalverpackte Hemden spendet, konnten tolle farblich passende 235 Masken für die Arbeitsbekleidung angefertigt werden. Die Hemden waren unbenutzt und wegen des Logo-Wechsels verfügbar.

Das Ergebnis: Während die meisten VW-Beschäftigten mit Zellstoff vor der Nase herumlaufen, tragen Kolleginnen und Kollegen vom Werkschutz feste Stoffmasken Ton in Ton mit den Uniformen: Grau oder dunkelblau. „Natürlich ist das freiwillig. Wer möchte, bekommt Zellstoffmasken.", sagt Meister Alexander Kabus.

In dieser Zeit spendeten die Freundinnen rund 2500 Masken. Hospiz-Wolfsburg, Sozialkaufhaus Lichtblick, Deutsches Rote Kreuz, an Arztpraxen, an das Krankenhaus-Wob, Diakonie Wolfsburg-Gifhorn-Vorsfelde, Jugendförderung der Stadt Wolfsburg, die Wolfsburger und viele VW-Beschäftigte. Auch mit dabei: Dustin Loos, der Sohn von Kristina und Azubi zum KFZ-Mechatroniker bei VW.

Beim Betriebsrat ist Frank Paetzold für den Werkschutz zuständig: „Ich finde es super, dass Nicole und ihre Freundinnen so schnell für Masken gesorgt haben. Vor allem die Kolleginnen und Kollegen vom Tordienst haben jeden Tag Kontakt zu Hunderten Besuchern, da kommt jede Form von Schutz gerade richtig."