Solidaritätserklärung der VKL der IGM VW Wolfsburg mit dem DGB-Haus in Stuttgart

05.06.2020 | VKL

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vergangenen Samstag haben mehrere Personen der rechtsextremen „Identitären

Bewegung“ versucht das DGB Gewerkschaftshaus an der Willi-Bleicher-Straße in Stuttgart

zu besetzen. Durch ein aufgespanntes Transparent sollte den DGB-Gewerkschaften zudem die

Mittäterschaft an dem hinterhältigen Angriff auf einen Demonstrationsteilnehmer an den

Cannstatter Wasen unterstellt werden.

Für uns ist eines ganz klar: Gewalt kann, war und darf für uns niemals ein Mittel zur

Durchsetzung politischer Ziele sein. Das ist schon immer unser Grundsatz als

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, wir stehen für demokratische Grundwerte und

friedlichen Protest.

Was uns fassungslos macht ist, dass 87 Jahre nach der Zerschlagung der deutschen

Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten erneut Rechtsextreme Angriffe auf

Gewerkschaftshäuser verüben. Gegen diese geschichtsträchtige Symbolik setzen wir uns

entschieden zur Wehr. Wir solidarisieren uns mit dem DGB Baden-Württemberg und setzen

ein Zeichen für Toleranz, Weltoffenheit und Solidarität.

Wie sehr Rassismus und Gewalt eine Gesellschaft lähmen können, sehen wir nicht zuletzt an

den aktuellen Unruhen in weiten Teilen der USA. Es sind Bilder, die uns sprachlos machen.

Doch da wo wir solidarisch miteinander umgehen, gibt es Hoffnung. Am Volkswagen

Standort in Wolfsburg arbeiten Menschen mit rund 105 verschiedenen Nationalitäten,

teilweise seit mehreren Generationen, sehr erfolgreich zusammen. Dies gelingt uns, weil wir

konsequent auf die gleichberechtigte Beteiligung unserer Kolleginnen und Kollegen achten.

Und das ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe, religiöser Zugehörigkeit oder sexueller

Orientierung.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

lasst uns gemeinsam bewahren, was wir uns erarbeitet haben,

und diese Erfolgsgeschichte fortsetzen. Als IG Metall setzen wir uns für ein friedliches und

solidarisches Miteinander im Sinne der Beschäftigten ein.

Denn für uns steht fest: Rassismus,

Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung hat bei uns keinen Platz!

Solidarität gewinnt!

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