61 500 Beschäftigte der Volkswagen-Standorte bei spontanen Aktionen

Parallel zu den heutigen Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie, beteiligten sich rund 61 500 Beschäftigte der Volkswagen-Standorte in Wolfsburg, Kassel, Hannover, Braunschweig, Salzgitter und Emden an spontanen Aktionen. Allein am Standort in Wolfsburg beteiligten sich rund 35 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In Kassel und Hannover waren es jeweils 6000, in Braunschweig 3500, in Salzgitter kamen 3000 Volkswagen-Beschäftigte auf die „Kreuzung der Metallerinnen und Metaller“ und in Emden beteiligten sich rund 8000 Beschäftigte. In Wolfsburg sprachen Bernd Osterloh, Hartwig Erb, Felina Bodner und Hartmut Meine:

Bernd Osterloh, Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzender der Volkswagen AG, sagte: „Wir erwarten, dass Volkswagen in der nächsten Verhandlungsrunde zum Haustarifvertrag ein konkretes Entgeltangebot macht. Und wir erwarten ebenso ein Angebot für die Altersteilzeit. Auch das gehört dazu, wenn man die Zukunft bei Volkswagen gestalten will. Wir wissen, dass es einen Wandel der Arbeitsplätze geben wird und geben muss. Dieser Wandel braucht Sicherheit für die Belegschaften. Wir wollen einen Zukunftspakt, der die Zukunft unserer Standorte und Arbeitsplätze durch konkrete Produkt- und Investitionszusagen sichert.“ Zur Frage der Anerkennungsprämie sagte Osterloh: „Wir wollen, dass das jetzt endlich geregelt wird.“

Hartwig Erb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg, sagte: „Ich habe kein Verständnis dafür, wenn Manager ein großes funktionierendes

Dax-Unternehmen wie Volkswagen erst in eine existenzbedrohende Krise führen und dann den Mitarbeiter-Boni in Frage stellen. Die überwältigende Zahl der Kolleginnen und Kollegen leistet nach wie vor hervorragende Arbeit. Sie haben sich absolut nichts zu Schulden kommen lassen. Und Vorzugsaktien, wie die Manager sie nun erhalten, hätten viele von uns gerne gekauft. Denn wir, die Metallerinnen und Metaller an der Basis, glauben an Volkswagen. Wir, in der Produktion und den Büros, sind das Herz dieses Unternehmens.“

Hartmut Meine, IG Metall Bezirksleiter und Verhandlungsführer, sprach auf dem Werksgelände in Wolfsburg und äußerte deutliche Kritik am Verhalten des Volkswagen-Managements: „Aus den Volkswagen-Standorten geht heute eine deutliche Warnung an den Vorstand des größten Automobilherstellers in Europa. Die Beschäftigten haben spontan ihre Arbeit niedergelegt, weil sie empört sind über die Hinhaltetaktik des Unternehmens in der Tarifrunde. Dieselkrise und Tariferhöhungen haben nichts miteinander zu tun. Die Verantwortung für die Dieselkrise tragen die Entscheidungsträger im Hochhaus, nicht die Belegschaft. Falls der Vorstand meint, die Beschäftigten dafür zahlen zu lassen, wird es nach Ende der Friedenspflicht ab 1. Juni Warnstreiks geben“.

Die dritte Tarifverhandlung mit Volkswagen findet am 19. Mai in Hannover statt.

Hier geht's zum Video

Und hier gibt's noch ein Video