04.03.2026 | Daniela Cavallo macht Ansagen zur Zukunft des Standorts - Unternehmensspitze bremst Prämie mit Gutachten vorerst aus
Wolfsburg - Der erste optische Eindruck vom nächsten Golf und weitere wichtige Infos zur Zukunft im Stammwerk, außerdem ein Wasserstand zur Anerkennungsprämie - und natürlich das Dauerbrenner-Thema Netto-Cashflow: Die letzte Betriebsversammlung vor der nahenden Betriebsratswahl hat eine Reihe von Neuigkeiten gebracht. So erhielt die Belegschaft am Mittwoch bei einer Art Mini-Premiere in Halle 11 eine erste optische Idee zur künftigen, dann neunten Generation des Golf.
Außerdem im Gepäck hatte unsere Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo einen Ausblick auf den gesamten Wandel des Stammwerkes hin zum Pionier für die Zukunftsplattform SSP. Denn Wolfsburg wird in Richtung 2030 so flexibel sein wie keine andere Fabrik - bei maximaler Sicherheit dafür, dass die Zukunftsprodukte auch wirklich kommen.
Neues zu berichten gab es auch in Sachen Anerkennungsprämie: Bei dieser Forderung des Gesamtbetriebsrats hakt es derzeit noch, weil der Konzern-Vorstand das Thema mit einem juristischen Gutachten torpediert hat und die Entscheidung somit vorerst ausbremst.
Alle Infos zum Standort und zur Silhouette des Golf 9, der das Erbe des Kompakt-Königs in Wolfsburg fortschreiben und die ID.-Reihe fortsetzen wird, hat der Betriebsrat in einem MITBESTIMMEN!-Extrablatt zusammengefasst. Es ist
herunterzuladen.
Für Ärger und Unverständnis über das Vorgehen des Konzern-Vorstandes sorgte Danielas Wasserstand zur Anerkennungsprämie, die unser Gesamtbetriebsrat und auch unsere Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, fordert. Daniela berichtete in Halle 11, dass die Konzern-Spitze ein externes Gutachten in Auftrag gegeben habe, wonach die Prämie vor Ende der Betriebsratswahl nicht feststehen dürfe. "Angeblich, weil nämlich der Vorstand mit einem Beschluss zu einer Anerkennungsprämie die Wahl beeinflussen würde, was ja verboten ist", berichtete sie. Für eine Mischung aus Kopfschütteln und Fassungslosigkeit im Publikum sorgte dann eine Aufstellung, die unsere Betriebsratsvorsitzende in Halle 11 zeigte. Demnach wählte die Belegschaft zuletzt in den Jahren 2014, 2018 und 2022 ihren Betriebsrat neu. "Und in jedem dieser Jahre haben wir eine Aufzahlung auf den Tarif-Bonus ausgehandelt und das vor der Wahl und vor der Jahrespressekonferenz bekanntgeben", so Daniela. Nun, 2026, stelle sich der Vorstand plötzlich quer.
An der berechtigten Forderung der Arbeitnehmervertretung ändere das freilich nichts. Und mit Wahlkampf habe das auch nichts zu tun. “Ich kann nur sagen: Wir fordern das unabhängig davon, ob nun gerade Betriebsratswahl ist oder nicht. Sondern einfach, weil es jetzt ansteht und weil es nur fair ist. Das ist das, was mich und mein Gremium antreibt. Und deshalb stehen ich und der Gesamtbetriebsrat auch weiterhin zu dieser Forderung und kämpfen dafür”, unterstrich die Vorsitzende unserer Belegschaftsvertretung und argumentierte außerdem: "Mit der Prämie wird gewährleistet, dass sich die sechs Milliarden Euro nicht nur bemerkbar machen als Boni-Stellschraube im Vorstand und für die Dividende an die Aktionäre. Also alle oder keiner. Fair muss es sein. Einfache Rechnung.”