Angebliches Ende für vier Fabriken

Medienbericht über angeblich geplanten Auslauf von vier deutschen Fahrzeug-Fabriken: Das sagt der VW-Konzernbetriebsrat

06.05.2026 | Der Konzernvorstand will angeblich die Produktion in drei VW-Fabriken und in einem Audi-Werk mittel- bis langfristig einstellen.

Ein Medienbericht sorgt für Wirbel.

Wolfsburg/Ingolstadt - Ein Bericht des “Manager Magazins” unterstellt, der VW-Konzernvorstand plane angeblich das Ende für drei fahrzeugbauende VW-Fabriken und für ein fahrzeugbauendes Audi-Werk. Das Hamburger Magazin bezieht sich dabei auf eine Aufsichtsratssitzung Ende April, in der die Konzernführung den Plan zum Produktionsende an den vier Standorten angeblich präsentiert haben soll. Zu dem mutmaßlichen Vorhaben heißt es in dem Mittwochabend erschienenen Artikel wörtlich:

“Der wohl härteste Schlag betrifft die Werke. Dass vier Fabriken wegen zu hoher Kosten im Fokus stehen, hatte bereits das „Handelsblatt“ berichtet. Es geht um die VW-Werke in Emden, Zwickau und Hannover sowie die Audi-Produktion in Neckarsulm. Jetzt aber legten [VW-Konzernchef] Blume und der mit ihm angetretene Vorstand ihren eigentlichen Plan offen: Sie wollen die Produktion auslaufen lassen, wenn die dort aktuell gefertigten Modelle ausgemustert werden. Gar keine Autos mehr in gleich vier Fabriken – das wäre ein wesentlich drastischerer Schnitt als bislang vermutet.”

 

Ein Sprecher des VW-Konzernbetriebsrats reagierte am Mittwochabend wie folgt auf den Bericht:

„Aufsichtsratssitzungen unterliegen bekanntlich der Vertraulichkeit. Deswegen nehmen wir - wie üblich - zu Medien-Spekulationen über angebliche Themen des Kontrollgremiums keine Stellung. Unabhängig von der aktuellen Berichterstattung hat sich an der grundsätzlichen Position der Arbeitnehmerseite bei Volkswagen überhaupt nichts geändert: Werksschließungen wird es mit uns nicht geben. Unserer jüngsten ausführlichen Stellungnahme dazu aus Februar diesen Jahres ist nichts hinzuzufügen.“

 

Schon in der Reaktion aus Februar (siehe obigen Link) hatte die Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo gesagt:
"Uns ist bewusst, dass wir uns mit dem Konzern nach wie vor in einer schwierigen Lage befinden. Deshalb haben wir in der Volkswagen AG bereits Ende 2024 mit dem Dezember-Kompromiss alles in die Wege geleitet, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und die Auswirkungen für die Belegschaft sozialverträglich zu gestalten. Mit dieser Einigung haben wir Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich ausgeschlossen. (…) Mit uns wird es keine Werksschließungen geben."

 

Kürzlich hatte sich auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies zu den immer wiederkehrenden Spekulationen geäußert. Er sagte Ende April bei einem Termin in Emden mit Blick auf das Werk in der ostfriesischen Hafenstadt und auf die Frage, ob diese Fabrik eine Standortgarantie habe: “Ja, die gibt es. Es gibt keine Alternative.”

 

Zur Frage der Überkapazitäten hatte die Kommunikation des Betriebsrates kürzlich dieses Erklärungsstück veröffentlicht:
So ist es um Kapazität und Auslastung der VW-Fabriken bestellt: Fragen und Antworten zu einem wichtigen Thema :: IG Metall Wolfsburg  

 

Der aktuelle Bericht des "Manager Magazins" befindet sich hinter der Bezahlschranke. Hier ist der Link dorthin.

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