304 von 359 Sitzen für die IGM

So hat das VW-Land gewählt: 85 Prozent aller Mandate gehen an die IG Metall

14.03.2026 | Christiane Benner dankt allen Kolleginnen und Kollegen aus den Wahlkampf-Teams

Die Ergebnisse der Betriebsratswahlen auf der VW-Landkarte stehen fest: Die IG Metall bleibt mit rund 85 Prozent aller Mandate unangefochten die stärkste Kraft. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: Von 359 möglichen Mandaten holte die Gewerkschaft 304. Und es gibt keine Ausreißer: An allen 11 VW-Standorten (6x VW AG, 3x VW Sachsen, 1x VW Osnabrück plus 1x die Financial Services) vereint die IG Metall mindestens drei Viertel der Stimmen auf sich. Der standortübergreifende Durchschnitt von 85 Prozent aller Mandate ist gegenüber dem vorherigen Ergebnis der jetzt auslaufenden Wahlperiode ein überschaubarer Rückgang um etwa 8 Prozentpunkte. 2022 hatte die IG Metall rund 93 Prozent aller Betriebsratssitze auf der VW-Landkarte geholt - also ein Niveau erklommen, das kaum noch steigerungsfähig war.

Der Rückgang im einstelligen Prozentpunkt-Bereich passt damit gar nicht zu so manchem Pressebericht im Vorfeld, wonach der IG Metall angeblich der Machtverlust bei VW drohen würde oder sogar von der Ablösung für Daniela Cavallo in Wolfsburg die Rede war. Besonders hart traf die mediale Spekulation auch den sächsischen VW-Standort Zwickau, wo der IG Metall erdrutschartige Verluste und ein “Rechtsruck” vorhergesagt wurden. Allein: Nichts davon ist eingetreten. Weder hat die IG Metall auch nur ansatzweise irgendwo ihre höchst komfortablen absoluten Mehrheiten verloren (präziser ausgedrückt sind es ja sogar überall Drei-Viertel-Mehrheiten) noch ist irgendwo eine zweite Kraft erkennbar, die standortübergreifend über die Sichtbarkeit von Randerscheinungen hinauskäme. 

Geblieben ist somit allenfalls die Frage: Welche Gründe hat der Rückgang von sagenhaften 93 Prozent aller Mandate auf den Traumwert 85 Prozent - in Krisenzeiten größter Verunsicherung in der Automobilindustrie? Diesen Umstand werden die IG Metall-Betriebsratsmitglieder an den jeweiligen Standorten genau analysieren. Denn natürlich hat die IG Metall den Anspruch, alle Beschäftigten zu überzeugen und hinter sich zu vereinen. Zu dieser Analyse wird auch der Fakt gehören, dass die Wahlbeteiligung der klare Verlierer der Betriebsratswahl 2026 ist. Denn es gelang nicht, die Belegschaften auf dem Niveau politischer Wahlen zum Mitmachen zu bewegen. So hatte die Wahlbeteiligung zum Beispiel zuletzt bei der Bundestagswahl 82,5 Prozent erreicht. An den VW-Standorten liegt der Wert bei den Betriebsratswahlen in aller Regel deutlich unter diesem Niveau. “Warum nur ist das so?”, lautete eine sehr häufige Frage unter den Kolleginnen und Kollegen, die den Bekanntgaben der Ergebnisse durch die Wahlvorstände an den VW-Standorten beiwohnten. Viele fragten sich auch: Warum liegt der Organisationsgrad der IG Metall bei Volkswagen seit Jahren auf einem der höchsten Werte in der Bundesrepublik - und dann gehen offensichtlich längst nicht alle Metallerinnen und Metaller wählen? In der Konzernzentrale Wolfsburg liegt die Wahlbeteiligung nunmehr seit drei Betriebsratswahlen bei unter 60 Prozent. Gerade einmal drei von fünf machen also noch mit.
 

Unabhängig vom besorgniserregenden Thema Wahlbeteiligung: Herzliche Glückwünsche zu dem Spitzengesamtergebnis der IG Metall gab es am gestrigen Wahlabend (für die meisten VW-Standorte war Freitag der letzte Wahltag) auch von Christiane Benner. Die Erste Vorsitzende der IG Metall sagte: “Die Ergebnisse der Betriebsratswahlen bei VW sind ein wichtiges, gutes Signal! Die Kolleginnen und Kollegen, die sich jeden Tag für eine faire Arbeitswelt mit Zukunft einsetzen, gehen gestärkt in die nächsten Jahre. Sie werden auch die kommenden Herausforderungen im Sinne der VW-Belegschaft meistern. Mein Dank geht an alle Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer für das Team IG Metall, deren Einsatz für die Demokratie im Betrieb unglaublich wichtig ist. Und an die Wähler und Wählerinnen, die dem IG Metall-Betriebsrat das Vertrauen ausgesprochen haben.”

Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG und Spitzenkandidatin der IG Metall in der Konzernzentrale in Wolfsburg, erklärte: “Erneut lässt die Volkswagen-Belegschaft keinen Zweifel daran, wer ihre Belange am wirkungsvollsten vertritt und wem sie das Vertrauen schenkt. Gleichzeitig bedanke ich mich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern hinter den Wahlkampf-Teams an den Standorten. Wir Metallerinnen und Metaller haben verdeutlicht: Nur mit einer starken IG Metall im Betriebsrat gelingt ein wirksamer Schutz vor den heftigen Einschlägen, denen die Automobilindustrie ausgesetzt ist. Und nur die IG Metall hat als Gewerkschaft die Erfahrung, die Handlungsfähigkeit und am Ende auch die Durchsetzungskraft, um zu gestalten und der Arbeitgeberseite wo nötig die Stirn zu bieten. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen an den Standorten bin ich mir einig: Das große Vertrauen aus den Wahlen ist für uns Bestätigung und Auftrag zugleich.”

Und Thorsten Gröger, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie Verhandlungsführer für den VW-Haustarifvertrag, führte aus: “Die Kolleginnen und Kollegen wissen sehr genau, dass nur die IG Metall in einer sich tiefgreifend wandelnden Arbeitswelt die entscheidenden Rahmenbedingungen gestalten kann. Als Gewerkschaft sind wird die Kraft bei Volkswagen, die Tarifverträge verlässlich und kraftvoll durchsetzen kann. Wir bleiben der Anker für die Belegschaft in stürmischen Zeiten. Die IG Metall wird auch künftig die Interessen der Beschäftigten souverän und auf Augenhöhe gegenüber der Arbeitgeberseite vertreten.”

__

Die Ergebnisse aller elf VW-Standorte (das sind die neun Werke des Haustarifvertrages der Volkswagen AG, die Volkswagen Osnabrück GmbH sowie der gemeinsame Betriebsrat der Volkswagen Financial Services) sind auf den einzelnen Grafiken der folgenden Bilder-Galerie ersichtlich. 

Social Media Kanäle IG Metall Wolfsburg