11.07.2026 | Nach der Sommerpause muss der CEO nun in Betriebsversammlungen Rede und Antwort stehen.
+++ English version below +++
Wolfsburg - Konzern-Chef Dr. Oliver Blume hat eine Frist verstreichen lassen, innerhalb der er den Beschäftigten endlich Details zu seinen Plänen für mehrere Standortschließungen in Deutschland und zu einem großangelegten Stellenabbau nennen sollte. Der Konzernbetriebsrat hatte das Ultimatum am Donnerstag gestellt, nachdem auch nach dem Ende einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg keine Klarheit zu den seit Wochen ins Kraut schießenden Spekulationen herrschte (hier mehr zu den Ereignissen vom Donnerstag und dem Ultimatum). Der CEO ignorierte die Aufforderung, informierte stattdessen am Freitag lediglich das Management – das aber seinerseits die entscheidenden Details nicht weitergeben soll. Deswegen muss Dr. Blume nun direkt auf die Beschäftigten treffen: Dafür werden Betriebsversammlungen genutzt.
Die Position des Konzernbetriebsrats lautet:
„Wir haben registrieren müssen, dass Dr. Blume am Freitag in Info-Runden für das Management sowohl Details zum wahrscheinlichen Aus für deutsche Fabriken als auch zu einem massiv ausgeweiteten Stellenabbauziel thematisiert hat. Wir verurteilen scharf, dass er gleichzeitig den zehntausenden betroffenen Beschäftigten außerhalb des Managements diese Informationen weiterhin vorenthält, obwohl wir ihn am Donnerstag aufgefordert hatten, der Belegschaft im Laufe des Freitags endlich die Fakten zu benennen. In der Konsequenz wird Herr Dr. Blume nun wie angekündigt nach der Sommerpause in Betriebsversammlungen direkt vor den Kolleginnen und Kollegen nicht nur im Stammwerk Rede und Antwort stehen müssen. Dabei wird das Hauptaugenmerk der Belegschaft darauf liegen, ob der Vorstand diese Krise mit notwendigen Maßnahmen überhaupt gemeinsam mit den Beschäftigten meistern will oder gegen sie. In den Belegschaften herrscht schon jetzt ein enormer Vertrauensverlust in den Mann, der sich ihnen in seinen Anfängen als CEO überall als ‚der Olli’ und ‚Kind der Region‘ präsentierte, der seine Aufgabe ‚für die Menschen‘ machen wolle. Dafür hatte er durchaus in weiten Teilen der Belegschaft Vorschusslorbeeren erhalten. Davon ist inzwischen so gut wie nichts mehr übrig.“
Alles zum verstrichenen Ultimatum und den Konsequenzen auch hier in diesem Extrablatt (hier geht es zum Download).
-→ English version auf the “Extrablatt”: klick here to download.